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Judo Junioren WM in Abu Dhabi

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Reiter und Wagner trotz guter Leistungen out

Mit Lukas Reiter (-66 kg) und Christopher Wagner (-73 kg) waren am ersten Wettkampftag der Junioren-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi die ersten zwei Österreicher am Start.

In der Gewichtsklasse unter 66 kg traf Lukas Reiter nach einem Freilos auf den Kirgisen Altynbek, den er heuer beim Europacup der Allgemeinen Klasse in Orenburg besiegte. Auch in Abu Dhabi ging Lukas nach einem spannenden Kampf siegreich von der Matte. Im Einzug um das Poolfinale wartete der spätere Bronzemedaillengewinner Hidayat Heydarov (AZE). Am Ende der Kampfzeit entschied lediglich ein Shido zu Gunsten des Aserbaidschaners und Lukas Reiter musste das Turnier im Achtelfinale beenden.

Christopher Wagner startete das Turnier gegen den Kanadier Patrick Cantin, den er mit Shido aus dem Bewerb warf. Auch im zweiten Kampf gegen den Mongolen Ganbold blieb Christopher Wagner siegreich. Im Achtelfinale wartete der als Nummer 1 gesetzte Brasilianer Lincoln Neves, der sich am Ende des Tages die Bronzemedaille erkämpfte. Nach einer guten Minute tauchte Neves mit tiefem Seoi-Nage ab und warf Christopher Ippon. Da der Wettkampfmodus bei einer Nachwuchs-Weltmeisterschaft an die Regelungen der Allgemeinen Klasse angepasst ist, erhalten nur die Verlierer des Viertelfinales eine zweite Chance in der Trostrunde.

„Trifft man bereits im Achtelfinale auf den späteren WM-Dritten, hat man keine Möglichkeit mehr weiter zu kämpfen. Im Nachwuchsbereich ist so eine Regelung zu hinterfragen“ merkt Sportkoordinator Markus Moser an.

„Beide haben eine solide Leistung gezeigt und sich bis ins Achtelfinale vorgekämpft. Die Niederlage von Lukas gegen den Aserbaidschaner war besonders knapp. Der Blick ist jedoch auf die folgenden zwei Wettkampftage gerichtet, wo noch fünf Sportler am Start sein werden“, fügt Patrick Rusch, Männer-Nationalteamtrainer, hinzu.

Harter dritter Tag für Österreichs Junioren

Der  dritte Turniertag der Judo Junioren-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi war für Österreichs U21-Judoka nicht von Erfolg gekrönt. Im Männerbereich waren Marko Bubanja (-81 kg) und Johannes Pacher (-90 kg) am Start. Die frisch gebackene Bronzemedaillengewinnerin der Junioren-Europameisterschaft in Oberwart, Michaela Polleres (-70 kg) stieg als einzige Österreicherin in Abu Dhabi auf die Matte.

Mit dem ersten Kampf auf seiner Matte startete Johannes Pacher in der Kategorie unter 90 kg in den dritten Wettkampftag der U21-WM. Eine Yuko-Wertung mit anschließendem Festhalter auf Waza-ari reichte für den Dänen Oliver Nelmark aus, um den Kampf nach Ablauf der Zeit für sich zu entscheiden. Schlechte Nachricht: Während eines Sankaku-Ansatzes (Anm. Bodentechnik) am Anfang des Kampfes zog sich Johannes eine Verletzung am Knöchel zu.

In der Kategorie unter 70 kg stieg Michaela Polleres gegen die aufgrund von internen Verbandsuneinigkeiten unter der IJF-Flagge startenden Venezolanerin Elvismar Rodriguez auf die Matte. Die Venezolanerin wurde, wie auch Michaela, bei den Youth Olympic Games 2014 in Nanjing (CHN) Dritte – dort allerdings in der Gewichtsklasse unter 78 kg. Nach einem ausgeglichenen Kampf entschied eine Shido-Wertung in der Mitte des Kampfes zu Gunsten der Venezolanerin, womit das Turnier für Michaela Polleres beendet war.

Marko Bubanja traf in der ersten Runde bis 81 kg auf den späteren Silbermedaillengewinner aus Japan Sotaro Fujiwara. Nach vier Minuten Kampfzeit und starken Aktionen auf beiden Seiten konnte kein Judoka eine Wertung erzielen. Im Golden Score erwischte der Japaner Marko mit Seoi-Nage Ippon und ging siegreich von der Matte.

„Heute hat uns einfach der nötige Biss und Siegeswillen gefehlt. Bei einer Weltmeisterschaft ist das Feld derartig dicht, dass du zu hundert Prozent gewinnen wollen musst“ resümiert Männer-Nationaltrainer Patrick Rusch!

Durchwachsener Schlusstag

Am letzten Einzel-Wettkampftag der Judo Junioren-Weltmeisterschaft in Abu Dhabi stiegen Österreichs „Schwergewichtler“ Aaron Fara (-100 kg) und Stephan Hegyi (+100 kg) auf die Matten der IPIC Arena.

Aaron Fara traf in der ersten Runde auf den heurigen Afrikanischen Meister U21 aus Algerien Oussama Bensekhri. Die Entscheidung fiel nach einem Angriff von Aaron: Disqualifikation (Anm. Hansokumake-Bestrafung) wegen Waki-Gatame während eines Wurfs.„Die Situation war etwas unglücklich, da Aaron selbst werfen wollte und der Kopf des Algeriers durch seinen Arm rutschte. Unabhängig davon darf so etwas nicht passieren“, merkte Patrick Rusch, Männer-Nationaltrainer, an.

Der 17-jährige Stephan Hegyi siegte bei seinem WM-U21-Debut in der ersten Runde gegen den für Mozambique kämpfenden Yannick Martins mit einer Festhaltetechnik. Im nächsten Kampf traf er auf den Tadschiken Khurshed Madzhidov. Gleich zu Beginn der Begegnung warf er Stephan mit tiefem Seoi-Nage und hielt ihn fest. Stephan konnte auskommen und kämpfte sich mit einer Yuko-Wertung zurück, was jedoch nicht ausreichte.​

„Stephan hat heuer eine unglaublich starke Saison gekämpft und in seiner Altersklasse (Anm. U18) zwei Medaillen bei Großereignissen geholt. Bei den Junioren, vor allem bei einer WM, herrscht allerdings ein anderer Wind. Ich bin davon überzeugt, dass Stephan in den nächsten Jahren noch weiter reifen und sich entwickeln wird“, kommentiert Patrick Rusch.

„Trotz teilweise guter Leistungen und Achtelfinaleinzügen von Reiter, Wagner und Hegyi bleibt das österreichische Team am Ende der WM ohne Platzierung“, resümiert Sportkoordinator Markus Moser. „Das ist natürlich bitter. Nichtsdestotrotz muss der Blick nach vorne gerichtet werden und genau überlegt werden, wie und was gemacht werden muss, um im nächsten Jahr ein besseres Ergebnis zu erzielen. Das Potential ist auf jeden Fall da!“

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