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Team-Fünfter nach Strafen-Theater

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eju_hageneder-ukrBeim erstmals bei einer U21-EM ausgetragenen Team-Bewerb schrammen Österreichs Herren in Bukarest haarscharf am Finaleinzug (2:3 gegen Ukraine) und Bronze (2:3 gegen Frankreich) vorbei und werden nach kuriosen Entscheidungen letztlich Fünfte. Damit rehabilitieren sie sich für die magere Vorstellung im Einzel, wo acht Startern insgesamt nur zwei Kampfgewinne gelungen waren.


Das Auslosungs-Glück, welches den ÖJV-Herren (Foto: EJU) an den vergangenen beiden EM-Tagen gefehlt hat, kommt im Team-Bewerb zurück. Nach einem 4:1 über Bosnien-Herzegowina und einem 5:0 über Griechenland stehen sie im Halbfinale. Dort kommt es zum Duell mit der Ukraine.


Nachdem Lukas Reiter (bis 66 kg) und der nur für die Team-Konkurrenz nominierte U18-Kämpfer Christopher Wagner (bis 73) ihre Partien verlieren, können Max Schneider (bis 81) und Laurin Böhler (bis 90) auf 2:2 ausgleichen. Der entscheidende Kampf in der Klasse +90 kg zwischen Österreichs 100er Max Hageneder und dem frischgebackenen +100-kg-Europameister Yakiv Khammo geht in die Verlängerung. Im Golden Score hat der Ukrainer durch eine Shido-Bestrafung des Kirchhamers das bessere Ende für sich, was zum 2:3-Endstand führt.


Khammo hatte am Vortag für einen besonderen Moment gesorgt, als er seinen verletzten russischen Gegner Ruslan Shakhbazov beim Verlassen der Matte unter dem Applaus des Publikums gestützt hatte. Eine Geste, die alle politischen Geschehnisse in Vergessenheit geraten ließ.


Noch nie dagewesenes Strafen-Theater


Im Kampf um Bronze gegen Frankreich ist der Kampfverlauf ähnlich. Nach 0:2 bringen Marko Bubanja und Böhler Rot-weiß-rot wieder zurück. Dann wird es kurios. Hageneder und sein Gegner Emre Sanal kassieren jeweils drei Bestrafungen. Der Franzose drängt den Österreicher infolge aus der Kampffläche raus, weshalb dieser das vierte Shido, welches die Disqualifikation bedeutet, für „Verlassen der Kampffläche“ kassiert.


Reklamationen führen dazu, dass die am Mattenrand sitzenden Video-Judges die Entscheidung revidieren und stattdessen Sanal die vierte Strafe für „Rausdrängen des Gegners“ geben, wodurch Österreich Bronze gehabt hätte. Doch der Referee holt die Kämpfer noch ein weiteres Mal zurück und schiebt das Shido noch einmal zu Hageneder. Eine Vorgehensweise, die es auf internationaler Ebene praktisch noch nie gab.


„Keine Wiedergutmachung“


„Die größte Frechheit geschah schon im Halbfinale. Niemand weiß, wofür Hageneder 14 Sekunden vor dem Ende noch eine Strafe bekommen hat, die den Ukrainer überhaupt erst in das Golden Score gehievt hat“, schüttelt Nationaltrainer Patrick Rusch den Kopf über die nicht nachvollziehbare Strafen-Vergabe der Kampfrichter.


„Wir konnten zeigen, dass wir mit den großen Nationen mithalten können. Als Wiedergutmachung für das Einzel, wo sich die Burschen unter Wert verkauft haben, stufe ich einen fünften Platz aber nicht ein“, resümiert der Vorarlberger.


Österreich beendet die U21-EM in Bukarest mit drei fünften Plätzen durch Magda Krssakova (bis 63), Michaela Polleres (bis 70) sowie das Herren-Team. „Wir sind auf dem Weg, aber noch nicht angekommen“, hofft Rusch auf die WM in einem Monat in Fort Lauderdale (USA).


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