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Grand-Prix-Sieg: Paischer gelingt Befreiungsschlag

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paischer-bela-zagrebNach der zuletzt verpatzten WM poliert Ludwig Paischer sein Selbstvertrauen mit dem Titel beim Grand Prix in Zagreb auf. Dank seines besten Saisonergebnisses wird sich der 32-Jährige in der Weltrangliste (26.) um etwa zehn Plätze verbessern.


Dabei beginnt das Finale der Klasse bis 60 kg für Paischer gegen Ahmet Sahin Kaba (TUR) denkbar schlecht. Der Türke wirft den Salzburger gleich zu Beginn mit einem linken Maki-komi Yuko. Der Heeressportler braucht etwas, um gefährlich zu werden. Knapp eine Minute vor dem Ende der fünfminütigen Kampfzeit schaltet Paischer nach einem eigenen Angriff einen Tick schneller und hält den Dritten der Junioren-WM schließlich fest.


„Wir wussten, dass Kaba nach zweieinhalb Minuten die Luft ausgeht. Lupo ist ruhig geblieben und hat seine Chance genützt“, schildert Nationaltrainer Bela Riesz das Finale aus seiner Sicht.


In den Vorrunden setzt sich der zweifache Europameister nach einem Freilos gegen Vienna Samurais polnischem Legionär Bartlomiej Garbacik, Adrien Raymond (FRA) und Francisco Garrigos (ESP) durch. „Das war eine konzentrierte Vorstellung von ihm“, resümiert Riesz.


Knackpunkt gegen Raymond


Der erste Podestplatz bei einem Grand Prix nach fast vier Jahren (2. in Rotterdam 2010) ist für Paischer eine Riesen-Genugtuung. Nach einem Erstrunden-Aus bei der WM vor zwei Wochen in Chelyabinsk hatte der zweifache Europameister noch mit dem mangelnden Selbstvertrauen gehadert, das aus den bisher mäßigen Saison-Ergebnissen resultiert hatte.


„In Zagreb war der Knackpunkt der Sieg im Viertelfinale über Raymond“, meint Paischer. „Gegen ihn war ich in Samsun im Kampf um Rang drei praktisch chancenlos gewesen. Als ich ihn hier mit zwei Waza-aris geschlagen habe, habe ich gewusst, dass hier alles möglich ist.“ Obwohl die Erleichterung beim Straßwalchener spürbar ist, will er den Erfolg auch nicht überwerten. „Genau wie ich nach der WM nicht zu Tode betrübt war, gehe ich auch jetzt bestimmt nicht her und sage, dass alles super ist. Für mich muss das Ziel weiter lauten, mich vom Kopf her zu stabilisieren.“ Zwischen WM und Zagreb hatte Paischer übrigens nur drei Tage trainiert.


Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, weiß er noch nicht. „Das werde ich noch mit Hupo (Trainer Rohrauer; Anm.) abklären.“


Sprung nach vorne


Davon abgesehen nimmt Paischer aus der kroatischen Hauptstadt 300 Punkte für die Weltrangliste mit. In dieser nahm er vor dem Grand Prix die 26. Stelle ein. Durch diesen Titel wird er sich rund zehn Plätze nach vorne orientieren dürfen.


Zudem ist es sein bisher wertvollstes Ergebnis für die bis Frühjahr 2016 laufende Olympia-Qualifikation. Dann qualifizieren sich die besten 22 Herren der bereinigten Weltrangliste (nur einer pro Nation) direkt für Rio.


Zeltner verliert im „Golden Score“


Tina Zeltner hatte sich indes mehr erhofft. Die Niederösterreicherin, die aufgrund ihrer Kreuzband-Verletzung im Jänner verspätet in die Saison eingestiegen, fliegt bis 57 kg nach einem Freilos gegen Jaione Equisoain raus. Die Entscheidung fällt erst in der Verlängerung, in der sich die Spanierin nach 1:20 Minuten mittels einer Yuko-Wertung durchsetzt.


Am Samstag folgen der wieder auf die Tour zurückgekehrte Peter Scharinger (bis 73 kg) sowie Bernadette Graf (bis 70). Am Sonntag bilden aus österreichischer Sicht Christoph Kronberger (bis 100) und Daniel Allerstorfer (über 100) den Abschluss.

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