G-Judo

Erfolg bei Europameisterschaften der mental Beeinträchtigten

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Mit 6 Sportlern reiste das Team Austria am Mittwoch den 16.10 .2019 zur EM nach Köln.

Mit hervorragenden Ippon-Siegen erkämpfen sich in einem großen und starken Kämpferpool Paul Vogl (JC-Neunkirchen) Sandra Zirbisegger (JC-Neunkirchen) und Sven Füg (ASKÖ Judo Klub Rottenmann) den Europameister Titel.

Lukas Duhs und Elias Duhs (ASKÖ Judo Klub Rottenmann) konnten sich den Vize Europameister-Titel in ihrer Klasse erkämpfen.

Einen sehr guten 5. Platz erkämpfte sich Tobias Zirbisegger T (JC-Neunkirchen)

Das Bundesleistungszentrum des DJB und die ASV-Sporthalle in Köln waren Austragungsorte der zweiten Europameisterschaften für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Damit ist es sowohl dem DJB als auch dem Deutschen Behindertensportverband gelungen, zwei Jahre nach dem Start der ersten Weltmeisterschaften im ID-Judo (ID=Intellect disability) und schon ein Jahr nach den ersten ID-Europameisterschaften in London, die Reihe der Spitzensportveranstaltungen an gleicher Stätte in Köln nahtlos weiterzuführen.

Für die 2. ID-Europameisterschaften hatten sich 120 Teilnehmer aus 15 Nationen angemeldet.

Am ersten EM-Tag wurden alle Teilnehmer im Bundesleistungszentrum akkreditiert. Anschließend wurde, wie im Judo-Sport allgemein üblich, das Gewicht überprüft. Am Abend lud die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln Henriette Reker alle Teilnehmer der Europameisterschaften zu einem Empfang in das historische Kölner Rathaus ein. Am zweiten Tag folgte die Klassifizierung der Teilnehmer.

Nach Waage und Klassifizierung wurden die Judoka nach Gewicht und Level in die zu kämpfenden Wettkampfklassen aufgeteilt. Gekämpft wurde im Pool-System (Jeder gegen Jeden), ab sechs Teilnehmern erfolgte die Aufteilung in zwei Pools.

Am ersten Wettkampftag betraten die Athleten erstmals die Austragungsstätte in der ASV-Sporthalle. Was sie dort vorfanden, war einfach großartig und kaum zu toppen. Eine ausgeleuchtete Kampffläche mit einer großartigen Video-Wand, so dass alle Kämpfe für Zuschauer und Teilnehmer auch auf der Großleinwand verfolgt werden konnten. Ein umfangreiches und eindrucksvolles Catering versorgte alle Teilnehmer und Besucher während der gesamten Veranstaltung an beiden Tagen. Anwesend waren auch die beiden Präsidenten des Deutschen Judo-Bundes und des Deutschen Behindertensportverbandes, Peter Frese und Friedhelm Julius Beucher.

Gekämpft wurde am Vormittag und am Nachmittag in zwei Wettkampfabschnitten. Nach der jeweiligen Wettkampfsequenz erfolgte unmittelbar die Siegerehrung. Der erste Wettkampftag gehörte den Wettkampfklassen 2 und 3. Über sechs Stunden, unterbrochen von einer zweistündigen Mittagspause, wurde heftig, aber immer fair, gekämpft. Sonntag gingen dann die Athleten der Wettkampfklasse 1 an den Start. Die Wettkämpfe erfolgten auf spürbar höherem Niveau. Hier zeigte sich besonders, dass es über den Begriff der geistigen Behinderung in Europa noch keinen einheitlichen Standard gibt. Während bisher verstärkt darauf geachtet wurde, dass ausschließlich Judoka mit einer klaren Zuordnung zu dieser Gruppe bei den Wettbewerben starten können, scheint der Begriff in anderen Ländern doch etwas großzügiger ausgelegt zu werden. Mitunter waren deutliche Kompetenzunterschiede in Bewegungen, Techniken, vor allem in Schnelligkeit und taktischem Verhalten zu beobachten. Das dokumentierten auch die Wettkampfzeiten, denn viele Begegnungen endeten schon nach wenigen Sekunden.

Von vielen Zuschauern und internationalen Trainern und Funktionären wurden die 2. Europameisterschaften im ID-Judo sehr gelobt. Durch das Team um Klaus Gdowczok und VG-Projekt wurde in Köln ein Standard gesetzt, der für zukünftige Spitzenveranstaltungen wohl nur schwer zu erreichen sein wird. Dennoch erklärte sich Russland auf der Abschlussdiskussion in Köln bereit, 2021 die 2. ID-Judo-Weltmeisterschaften auszurichten. Damit sollte der Wunsch der ID-Judokas, spätestens 2028 bei den Spielen in Los Angeles „paralympisch“ zu werden, endlich in Erfüllung gehen.

Danke auch für die sehr gute Zusammenarbeit mit ALLEN beteiligten.

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