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Unterwurzacher Zweite: Erstes ÖJV-Podest bei Masters

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Kathrin Unterwurzacher wird beim Masters der besten 16 der Weltrangliste in Rabat (MAR) Zweite bis 63 kg. Im Finale muss sich die Innsbruckerin nur der WM-Dritten Miku Tashiro aus Japan geschlagen geben. Filzmoser nach Sieg über Olympiasiegerin Siebte.

Erstmals gelingt es einem österreichischen Judoka, bei einem Masters-Turnier auf dem Podest zu stehen. Das Ergebnis bringt Unterwurzacher ein richtig dickes Polster in der Olympia-Quali. Neben den fünf punktbesten Ergebnissen des Jahres kommt als sechstes nämlich nur die EM oder das Masters in die Wertung. Für ihren zweiten Platz in Rabat bekommt Unterwurzacher nun 420 Punkte gutgeschrieben. Etwas, das sie bei der EM in Baku (25.-28. Juni) nicht mehr übertreffen kann. Selbst ein EM-Titel würde nur 400 bringen.

„Auch wenn die Final-Niederlage noch ein wenig schmerzt, war das heute ein richtig toller Tag“, freut sich Unterwurzacher, die vor zwei Wochen ihren ersten Grand-Slam-Titel feierte. Im Finale klopft sie nach einem Yuko-Rückstand wegen Beinwurfs (O-uchi-gari) in den letzten Sekunden bei einem Würgegriff Tashiros ab.

In den drei Runden davor setzt sich 22-Jährige zum Auftakt gegen Isabel Puche (ESP) durch ein Yuko für einen linken Soto-maki-komi durch. Es folgt eine Strafen-Schlacht gegen Marta Labazina (RUS), welche die Tirolerin erst in der Verlängerung mit 2:1 für sich entscheidet. Durch zwei Yukos im Halbfinale über die unangenehm zu kämpfende Anne-Laura Bellard (FRA) zieht Unterwurzacher schließlich in den Endkampf ein.

Drexler verspielt Führung, Filzmoser schlägt Olympiasiegerin

Labazina verhindert ein rein-österreichisches Viertelfinale bis 63 kg. Die Russin eliminiert in einem dramatischen Achtelfinale nämlich Hilde Drexler. Die Wienerin dreht zwar 15 Sekunden vor dem Ende einen 2:3-Strafenrückstand mit Waza-ari für einen Beinwurf (O-uchi-gari) noch um. Der verzweifelt angreifenden Labazina gelingt es jedoch, mit einem Opferwurf (Sumi-gaeshi) noch ein Yuko zu erzielen. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wäre die Russin nicht Sekunden vor dem Ende noch auf einen Festhalte-Griff gekommen, aus dem es für Drexler kein Entrinnen mehr gibt.

Sabrina Filzmoser hamstert 112 Punkte für einen siebten Platz. Die Welserin setzt sich zum Auftakt gegen die amtierende Olympiasiegerin Kaori Matsumoto durch. Im Duell der Freundinnen behält die 34-Jährige dank einer Yuko-Wertung für eine Beintechnik die Oberhand.

Danach ist für die Projekt-Rio-Athletin allerdings Schluss. Sowohl im Viertelfinale gegen Corina Caprioriu (ROU/mit einem Yuko), als auch gegen Catherine Beauchemin-Pinard (CAN/1:2 in Strafen) hat sie das Nachsehen.

Ludwig Paischer muss seine Hoffnungen im Bodenkampf des Achtelfinals begraben. Der Salzburger wird bis 60 kg vom amtierenden Weltmeister Ganbat Boldbaatar aus der Mongolei festgehalten. Am Sonntag folgen mit Bernadette Graf (bis 70 kg gegen Iliana Marzok/GER) und Daniel Allerstorfer (plus 100 kg gegen Barna Bor/HUN) zwei weitere Österreicher.

 

VIDEO: Finale zwischen Unterwurzacher und Tashiro

Unterwurzacher und Spittka in der ersten Reaktion

Kathrin Unterwurzacher: „Als erste Österreicherin auf einem Masters-Podest zu stehen, ist richtig cool! Der zweite Platz inmitten der besten der Welt ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere. Bei EM und WM habe ich ja NOCH siebte Plätze stehen. Für die Olympia-Quali sind die Punkte enorm wichtig. Im Finale war ich wahrscheinlich vom Griff her etwas zu wenig aggressiv. Ich bin mit ihrer Fass-Art nicht zurechtgekommen. Zudem ist sie am Boden sehr stark, was sie in den letzten Sekunden dann auch unter Beweis gestellt hat.“

Damen-Nationaltrainer Marko Spittka: „Gegen Tashiro müssen wir uns etwas einfallen lassen. Die hat unsere Taktik mit ihrem Mördergriff zunichte gemacht. Nichtsdestoweniger bin ich heute sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Von Kathi war das eine große Energie-Leistung, weil gegen diese Gegnerinnen waren die Kämpfe heute nicht immer schön anzuschauen.“

Spittka über Drexler und Filzmoser: „Dass Hilde den Sieg gegen Labazina noch aus der Hand gegeben hat, hat mich fürchterlich geärgert. Sie selbst auch, weil sie sehr viel Emotion in den Kampf investiert hat. Sabsi hat gegen Matsumoto saustark angefangen und sie auch klar geschlagen. Das freut mich sehr, weil wir diese Sachen zuletzt in Japan wie verrückt geübt haben. Gegen Caprioru war sie leider eine Sekunde lang unachtsam, was zur entscheidenden Wertung geführt hat. Und im Kampf gegen Beauchemin-Pinard habe ich absolut keine Idee, wofür die letztlich entscheidende Strafe war. Ich konnte es Sabsi danach nicht einmal erklären.“

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