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Die Masters-Gelegenheit beim Schopf packen

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Sechs österreichische Judo-Asse sind für das Masters der besten 16 der Weltrangliste am Samstag und Sonntag im marokkanischen Rabat qualifiziert. Zum Ende der ersten Hälfte der Olympia-Quali ist dies eine Riesen-Gelegenheit, noch einmal ganz dick anzuschreiben. Filzmoser: „Aber das wird nicht einfach.“

Um die Bedeutung des Masters für die Rio-Tickets genau zu verstehen, muss man die Olympia-Qualifikation verstehen. Und da das nicht ganz unkompliziert ist, gibt’s hier noch einmal einen kleinen Crash-Kurs, wie das im Judo genau funktioniert:

Die Olympia-Qualifikation läuft im Judo über zwei Jahre, wobei die in der ersten Hälfte errungenen Punkte am Ende nur zu 50 Prozent zählen. Die im zweiten Jahr erkämpften Punkte zählen zu 100 Prozent.

Das Masters in Rabat ist das letzte Turnier, welches noch zur 50-Prozent-Phase zählt. Sprich: Ab Juni geht’s dann richtig zur Sache. Einzige Ausnahme sind die diesjährigen Europameisterschaften, die von Glasgow im April nach Baku in den Juni verlegt wurden, wo sie im Rahmen der ersten Europaspiele stattfinden. Sie zählen ebenfalls nur die halben Punkte.

Pro Quali-Jahr werden pro Kämpfer nur die fünf punktebesten Ergebnisse gezählt plus ein sechstes, welches von EM oder dem Masters stammt. Da eine EM im Vergleich zum Masters knapp über der Hälfte an Punkten bringt (siehe Übersicht), ist das Masters in Rabat eine sehr große Gelegenheit, noch einmal dicke Punkte im Quali-Rennen einzufahren.

Da nur die besten 16 der Weltrangliste qualifiziert sind (plus ein 17. Starter aus dem Gastgeberland), kann bereits ein Kampfgewinn reichen, um sich mindestens 112 Punkte zu sichern, was beinahe einem dritten Rang bei einem Grand Prix (120) gleichkommt.

Genug der Rechnereien

Aus österreichischer Sicht haben sich mit Sabrina Filzmoser, Kathrin Unterwurzacher, Hilde Drexler, Bernadette Graf, Ludwig Paischer und Daniel Allerstorfer beachtliche sechs Starter für das Masters qualifiziert.

Die beiden Herren liegen zwar aktuell nicht unter den besten 16, doch aufgrund von Absagen rutschen beide noch in das Starterfeld. „Ich hatte eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet“, gesteht der 22. Stelle liegende Allerstorfer, der wie Paischer (19.) diese Chance nützen will.

Während sich Österreichs Judoka um das Masters reißen, hält sich das Interesse anderswo in Grenzen. Im kommenden Olympia-Gastgeberland etwa. „Das brasilianische Team verzichtet geschlossen auf ein Antreten“, weiß Filzmoser. Ein Startplatz pro Gewichtsklasse ist den Südamerikanern in Rio ja ohnehin gewiss. „Auch die Japaner schicken nicht das größtmögliche Aufgebot nach Rabat“, verweist Filzmoser etwa auf ihre Gewichtsklasse bis 57 kg, wo neben Weltmeisterin Nae Udaka und Olympiasiegerin Kaori Matsumoto auf die ebenfalls startberechtige Anzu Yamamoto verzichtet wird. Andere Länder halten es ähnlich.

Vorteil durch Setzung

Auf der einen Hand ist sich Filzmoser der großen Chance, die das Masters bietet, zwar bewusst, auf der anderen Hand weiß die Weltranglisten-Siebte nur allzu gut, wie hart es bei einem Masters zugeht. „Das sind nun mal die besten 16 der Welt. Klar, bekommst du mit nur einem gewonnenen Kampf schon eine Menge Punkte, aber das zu meistern, ist keine einfache Aufgabe“, meint die Welserin.

Ein Vorteil für sie könnte die Setzung sein. Die besten Acht werden auseinandergesetzt. In diesen Genuss kommen neben Filzmoser (5.) auch Unterwurzacher (3.), Drexler (8.) und Graf (5.).

 

ÖJV-Aufgebot für das Masters in Rabat (MAR):

-57 kg: Sabrina Filzmoser (kämpft am Samstag)
-63 kg: Kathrin Unterwurzacher (Sa.)
-63 kg: Hilde Drexler (Sa.)
-70 kg: Bernadette Graf (So.)

-60 kg: Ludwig Paischer (Sa.)
+100 kg: Daniel Allerstorfer (So.)

Live-Ergebnisse unter www.ippon.org

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