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„Jetzt bin ich umso glücklicher, dass alles geklappt hat“

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Kathrin Unterwurzacher, die nach einem halben Jahr Pause wieder auf die Tatami trat, holte bei ihrer Rückkehr – wie vor einem Monat ihre Tiroler Trainingspartnerin Bernadette Graf– Grand-Prix-Gold. Die anderen ÖsterreicherInnen schieden in der Vorrunde aus. 

Im ersten Kampf gegen die routinierte Schwedin Bernholm hat Kathrin noch ein wenig Mühe in den ersten Minuten. Doch nach dem ersten Yuko wird ihre Überlegenheit deutlich und so ist ihr der Sieg nicht mehr zu nehmen. In der nächsten Runde wartet die Koreanerin Bak, sie hat kaum eine Chance gegen die immer überlegenere Österreicherin, die neben zwei Yuko-Wertungen noch einen Waza-ari nachlegt. Im Halbfinale gegen die African-Open Siegerin Marielle Pruvost (FRA) braucht sie all ihr Können. Obwohl sie mit einem Yuko beginnt kann die Französin mit einem Waza-Ari kontern und scheint schon die sichere Siegerin zu sein. 15 Sekunden vor Schluss packt Kathrin einen Bilderbuch-Harai-Goshi aus der Trickkiste und wirft Pruvost auf den Rücken – Waza-Ari! Nach viel Spannung stand es also fest: Kathrin Unterwurzacher kehrt mit einer Medaille zurück.

Die Frage war nur noch, welche Farbe diese Medaille haben wird. Die Antwort darauf folgte nach drei Minuten im Finalkampf. Die Tirolerin geriet nach einem Tiefen Seoi-Nage mit Yuko in Rückstand, ließ sich jedoch nicht aus de Ruhe bringen. Ein beherzter Harai-Goshi-Ansatz brachte den Ausgleich, der gleich anschließende Festhalter sorgte für den Sieg der Tirolerin. Ippon – Gold für Österreich und ein Balsam für die Seele der Judoka von JZ Innsbruck, die lange Zeit krankheitsbedingt nicht mitkämpfen konnte: „Ich bin überglücklich, nach so einer langen Wettkampfpause, einfach der Hammer. Nachdem der Tag gar nicht so gut für mich begonnen hat, weil ich meinen Judo-Anzug heute Morgen im Hotel vergessen hab und nochmal extra zurückfahren musste. Jetzt bin ich umso glücklicher, dass alles geklappt hat, dass am Schluss eine Goldmedaille für mich ausgeschaut hat“ -sagte die strahlende Siegerin beim Interview der EJU.

Auch Trainer Marko Spittka war zufrieden: „Zwar war das noch nicht alles, was wir wollten, aber trotzdem eine großartige Rückkehr“ – teilte er dem ÖJV mit.

In der gleichen Gewichtsklasse schlägt Hilde Drexler (Café & Co. Vienna Samurai) die Polin Talach mit einem Yuko, verliert aber in der nächsten Runde gegen die Russin Labazina mit 3-1 Shidos.
In der -70 kg Kategorie scheidet die andere Innsbruckerin Bernadette Graf schnell aus. Die EM-Dritte verliert gegen die Griechin Teltsidou nach drei Minuten durch einen Festhaltegriff.

Bei den Herren zeigt der Wiener Galaxy Tiger Marcel Ott eine beherzte Leistung, mit einem Kraftakt besiegt er zuerst den Letten Ovchinnikovs mit 2-0 Shidos, dann den starken Deutschen Dominic Ressel mit 4-2 Shidos. Dann aber kommt der Gegner, der ihn in fünf Kämpfen fünfmal schlug, der Mongole Otgonbaatar Uuganbaatar. Marcel hält lange gut mit, am Ende siegt der Mongole aber mit einem Yuko, der Ippon in der letzten Sekunde hat am Weiterkommen des “Lieblingsgegners“ nichts mehr geändert. Der Mongole holte in weiterer Folge Bronze.

Somit sind Kathrin Unterwurzacher und Bernadette Graf fast 100 Prozentig sicher für Rio qualifiziert!

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