Weltmeisterschaft

Das mysteriöse Tief überwunden

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Die um das Olympia-Ticket bis 63 kg kämpfenden Kathrin Unterwurzacher und Hilde Drexler sowie der endlich wieder verletzungsfreie Marcel Ott sind diesmal bei der Vorstellung unserer WM-Hoffnungen dran. Alle werden in Astana am Donnerstag auf die Matte gehen:

Hilde Drexler – Aus vergangenen Fehlern gelernt

Die 31-Jährige bestreitet ihre erst vierte WM, was sie einer mehrjährigen schöpferischen Pause schuldet. Ihr 17. Weltranglisten-Platz würde zwar für eine Olympia-Quali momentan reichen, allerdings darf nur eine Österreicherin pro Gewichtsklasse nach Rio. Beim aktuellen Stand dürfte sich der ÖJV entscheiden, wer entsendet wird. Das Ranking spräche im Moment für Unterwurzacher. Den Zweikampf lässt die London-Starterin nicht an sich heran: „Sich mit anderen zu vergleichen, ist emotional zu anstrengend.“

drexlerVielmehr versucht die Heeressportlerin den Fokus rein auf die bevorstehenden Big-Points zu richten und sich bestmöglich darauf vorzubereiten. Denn Drexler laufe generell leicht Gefahr, sich vor Wettkampf-Höhepunkten zu sehr zu verausgaben. „Diesmal haben wir im Vorfeld sehr professionell gearbeitet. Ich habe versucht, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.“ Da man bereits vor der EM die großen Trainingsumfänge absolviert hatte, konnte sich das Damen-Team zuletzt auf den Feinschliff konzentrieren. „Mein Gefühl sagt mir, dass wir es diesmal sehr gut hinbekommen haben.“

Als Ziel gibt die WM-Siebte von 2011 mit einem Augenzwinkern „die Weltherrschaft“ aus, um ein wenig ernster hinzuzufügen: „Wie immer ist bei mir schon viel gewonnen, wenn ich meine Trainingsleistungen im Wettkampf umsetzen kann.“

Die Fakten zu Hilde Drexler:

Gewicht: bis 63 kg
Wettkampftag: Do., 27. August
Geboren am 1. Dezember 1983
Klub: Vienna Samurai
Weltrangliste: Platz 17
Olympia-Quali: derzeit qualifiziert, aber nur 2. Österreicherin in ihrer Gewichtsklasse

Ergebnisse 2015:
Platz 5 Grand Prix Ulaanbaatar
Platz 7 Grand Prix Zagreb
Platz 2 Grand Prix Samsun

 

Kathrin Unterwurzacher – Das Tief überwunden

Die Tirolerin mutierte bei den Europaspielen in Baku zuletzt kurz zum Sorgenkind. Einen Monat nach dem ersten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere sowie ihrem Finaleinzug beim World-Tour-Finale hatte die 23-Jährige bei der in Baku ausgetragenen EM zum engeren Favoritenkreis gezählt. Unterwurzacher fühlte sich in Baku jedoch vollkommen ausgelaugt und kämpfte auch dementsprechend saftlos (7.).

Unterwurzacher1Dies sei nun aber Geschichte. „Körperlich fühle ich mich wieder voll fit“, so die Heeressportlerin, die selbst nicht genau weiß, was für den Einbruch verantwortlich war. „Vielleicht waren meine Speicher einfach leer.“ Jetzt sind sie jedenfalls wieder voll.

Für Unterwurzacher begann die diesjährige Saison nicht gerade verheißungsvoll, entwickelte sich angesichts der eingangs erwähnten Erfolge jedoch in Folge prächtig, wenngleich die EM ihre Stimmung wieder ein wenig gedrückt hat.

Als Weltrangliste-4. liegt kein österreichischer Judoka im Rennen um Olympia derzeit besser als sie. Mit Blick Richtung Rio möchte die Innsbruckerin aber keinesfalls den Fuß vom Gas nehmen: „Ich will mich schließlich nicht mit Ach und Krach qualifizieren, sondern g’scheit.“ Nachsatz: „Und in Rio will ich nicht einfach nur teilnehmen.“ Ihr bestes WM-Ergebnis ist Rang sieben aus dem Vorjahr.

Die Fakten zu Kathrin Unterwurzacher:

Gewicht: bis 63 kg
Wettkampftag: Do., 27. August
Geboren am 5. Juni 1992
Klub: JZ Innsbruck
Weltrangliste: Platz 4
Olympia-Quali: derzeit qualifiziert

Ergebnisse 2015:
Platz 3 Grand Prix Ulaanbaatar
Platz 7 EM bzw. Europaspiele Baku
Platz 2 World Tour Masters Rabat
Platz 1 Grand Slam Baku
Platz 1 European Open Oberwart

 

Marcel Ott – Endlich verletzungsfrei

Für den Wiener waren Weltmeisterschaften bisher immer ein verhältnismäßig gutes Pflaster. Sein siebenter Platz aus 2013 ist das höchststehende Resultat seiner bisherigen Laufbahn.

Auch im Vorjahr war der 25-Jährige in Chelyabinsk gut unterwegs, ehe ihn eine Knie-Verletzung auf dem Weg zu seinem zweiten Kampfgewinn stoppte. Die Verletzungsmisere verschlimmerte sich, als durch Wirbelsäulenprobleme verursachte Ohnmachtsanfälle dazukamen.

Damit soll jetzt aber Schluss sein. „Seit vier Monaten bin ich frei von Verletzungen“, klopft er freudestrahlend auf Holz. Bei der WM möchte Ott zeigen, was ihm bei der EM zuletzt verwehrt blieb: Nämlich, dass er die großen Kaliber in seiner Gewichtsklasse schlagen kann. Im Training hat er sich das schon mehrfach selbst bewiesen.

ottNun soll es endlich im Wettkampf klappen. Da kommt die WM gerade richtig.

Da seine letzte Platzierung auf der World Tour über ein Jahr her ist, hat er in Weltrangliste und Olympia-Quali an Boden verloren. Doch in der sehr dichten 81er-Klasse kann sich das Blatt auch wieder recht rasch in die andere Richtung drehen.

„Da darf man nur nicht die Nerven wegschmeißen. Ein, zwei gute Ergebnisse und die Welt schaut wieder ganz anders aus. Nur um bei einem Turnier so weit nach vorne zu kommen, muss ich halt zwei, drei wirklich starke Leute eliminieren.“

Die Fakten zu Marcel Ott:

Gewicht: bis 81 kg
Wettkampftag: Do., 27. August
Geboren am 30. Oktober 1989
Klub: Galaxy Tigers Wien
Weltrangliste: Platz 45
Olympia-Quali: außerhalb der besten 22, aber derzeit auf einem kontinentalen Quotenplatz

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