Europameisterschaft

Unterwurzacher gewinnt EM-Bronze

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Bei der fünften EM in Serie gibt es für Österreich Edelmetall zu bejubeln: Die Tirolerin Kathrin Unterwurzacher gewann bei den Judo-Europameisterschaften in Warschau (POL) die Bronzemedaille in der Kategorie bis 63 Kilogramm. Für die 24-Jährige ist es nach Silber im Vorjahr die zweite EM-Medaille in ihrer Karriere. Lukas Reiter wurde in der Klasse bis 73 Kilogramm Siebenter.

Kathrin Unterwurzacher (-63 kg) stand nach einem Freilos als Drittgesetzte automatisch im Achtelfinale. Dort feierte die 24-Jährige einen Ippon-Sieg gegen die Polin Agata Ozdoba. Im Viertelfinale unterlag die Tirolerin Margaux Pinot aus Frankreich mit Ippon. In der Hoffnungsrunde stand Unterwurzacher gegen die Russin Ekaterina Valkova nach 2:23 Minuten vorzeitig als Siegerin fest (Ippon) und zog damit in den Kampf um Bronze ein. Dieser war an Spannung kaum zu überbieten: Dank einer Waza-ari-Wertung behielt die Österreicherin gegen die Deutsche Martyna Trajdos die Oberhand. Im siebenten Aufeinandertreffen mit der Deutschen feierte Unterwurzacher dabei den vierten Sieg. Die Weltranglistendritte setzte mit ihrer Bronzemedaille auch eine stolze Serie des ÖJV fort: Seit 2013 gewann Österreich bei jeder Europameisterschaft zumindest eine Medaille – so auch 2017. Gold sicherte sich die Slowenin Tina Trstenjak, Silber ging an Margaux Pinot aus Frankreich. Die zweite Bronzemedaille holte die Britin Alice Schlesinger.

Nach dem Bronzekampf war Unterwurzacher dementsprechend überglücklich: „Eine EM-Medaille ist immer etwas Großartiges. Es ist heute sehr gut gegangen“, meinte die 24-Jährige, die sich auch von einer Schrecksekunde im Viertelfinale nicht aus der Bahn bringen ließ: „Ich wurde ausgehebelt, mein rechter Arm war danach beleidigt. Mit vereinten Kräften haben wir das aber gut hinbekommen: Der Physiotherapeut hat mich behandelt und Marko hat mich gut auf die finale Phase eingestellt. Im Bronzekampf wusste ich nach der ersten Wertung, dass ich es über die Zeit bringen kann, die Wertung nahm viel Druck weg“, so die Tirolerin.

Damen-Bundestrainer Marko Spittka fügte hinzu: „Jeder hat seine Routine eingesetzt, um Kathrin zu unterstützen. Es war ein starkes Turnier von ihr. Magdalena Krssakova konnte die Marschroute noch nicht ganz durchhalten und Michaela Polleres hat sich auch gut präsentiert, vor allem im ersten Kampf“, so Spittka. ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera beglückwünschte Unterwurzacher nach der Siegerehrung herzlich: „Gratulation an Kathrin Unterwurzacher zur hervorragenden Leistung!“

In der Klasse bis 73 Kilogramm hatte Lukas Reiter in der ersten Runde ein Freilos, in Runde zwei bezwang er Jon Vrenozi aus Albanien mit Ippon. Im Achtelfinale schaffte er gegen den Georgier Lasha Shavdatuashvili – den Olympiasieger von 2012 und Olympia-Bronzemedaillengewinner 2016 – die Sensation: Der 21-Jährige eliminierte den Weltklassemann aus Georgien dank einer Waza-ari-Wertung. Im Viertelfinale kassierte Reiter drei Shidos und unterlag dem Ungarn Miklos Ungvari folglich mit Ippon. Die Hoffnungsrunden-Begegnung im Finalblock gegen den Schweden Tommy Macias verlief für den Österreicher nicht wunschgemäß: Nach 18 Sekunden ging Macias mit Ippon als Sieger von der Matte.

Herren-Bundestrainer Patrick Rusch war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge durchaus zufrieden: „Das Highlight war natürlich der Sieg von Lukas Reiter über den Olympiasieger von 2012. Er hat generell ein sehr gutes Turnier gekämpft. Der Kampf in der Hoffnungsrunde ist leider blöd gelaufen, das hat er sich nicht verdient. Er hat heute gezeigt, dass man mit der richtigen Einstellung auch Weltklassegegner schlagen kann. Auch Christopher Wagner hat das Soll erfüllt“, bilanzierte Rusch.

Magdalena Krssakova (-63 kg), Michaela Polleres (-70 kg) und Christopher Wagner (-73 kg) schieden jeweils im Achtelfinale aus und blieben unplatziert.

Morgen sind aus österreichischer Sicht Johannes Pacher (-90 kg), Christoph Kronberger, Aaron Fara (beide -100 kg), Daniel Allerstorfer und Stephan Hegyi (beide +100 kg) im Einsatz.

 

Die Ergebnisse sind abrufbar unter: http://www.ippon.org/eju_sen2017.php

Der Livestream gibt’s unter: http://judolive01.lb.judobase.org/live/

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