Europameisterschaft

ÖJV mit neun Athleten zur EM in Tel Aviv

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Ein neun Judoka umfassendes ÖJV-Aufgebot (vier Damen, fünf Herren) wird die Europameisterschafen von 26. bis 28. April im israelischen Tel Aviv in Angriff nehmen. Für das österreichische Team geht es dabei um die Fortsetzung einer Erfolgsserie: Seit 2013 gewannen die rot-weiß-roten Kämpfer bei allen Europameisterschaften Edelmetall.

Das Damen-Aufgebot bilden Routinier Sabrina Filzmoser (-57 kg, LZ Multikraft Wels), Tina Zeltner (JC Wimpassing), Magdalena Krssakova (beide -63 kg, JC Sirvan) und Michaela Polleres (-70 kg, JC Wimpassing). In der laufenden Saison ergatterte die 37-jährige Filzmoser mit Platz drei beim Grand Prix in Antalya einen Podestplatz auf der World Tour. Mit insgesamt zwei WM- und neun EM-Medaillen ist die Oberösterreicherin die am höchsten dekorierte Athletin im ÖJV-Aufgebot. 2008 und 2011 krönte sich Filzmoser jeweils zur Europameisterin. Sie ist damit die bisher letzte rot-weiß-rote Titelträgerin. Damen-Bundestrainer Marko Spittka ist auf das Auftreten der Grand Dame gespannt: „Ich bin gespannt, wie sie das meistern wird. Alter schützt vor Leistung nicht.“

Tina Zeltner kämpfte sich in ihrer Comeback-Saison bereits zweimal bei European-Open-Turnieren auf das Podest. In Rom wurde sie Zweite, in Warschau eroberte die 25-Jährige Platz drei. „Tina ist immer für eine Überraschung gut“, betonte Spittka. In der selben Gewichtsklasse kann Magdalena Krssakova heuer schon mit einem World-Tour-Podium aufwarten. Beim Grand Prix in Tunis im Jänner holte die 24-Jährige Rang drei. Auch ihrem EM-Antreten blickt der Coach mit Spannung entgegen: „Magda ist immer voller Tatendrang.“ Michaela Polleres ist mit 20 Jahren die jüngste im Damen-Quartett. Sie reist mit einem Turniersieg in Warschau zu ihren zweiten Europameisterschaften in der allgemeinen Klasse. „Michi macht immer kleine Schritte nach vorne. Auch sie kann dort überzeugen“, sagte der Trainer.

Für Bernadette Graf kommt ein EM-Einsatz noch zu früh. Sie wird erst nach den Titelkämpfen zu Beginn der Olympia-Qualifikation einsteigen. Kathrin Unterwurzacher ist nach ihrer Knieoperation Anfang des Jahres auf bestem Wege der Regeneration. Unterwurzacher räumte bei der EM im Vorjahr Bronze ab. „Obwohl unsere beiden größten Medaillenkandidatinnen nicht am Start sind, muss Edelmetall das Ziel sein. Da muss aber auch alles passen. Mit der Truppe sind wir gut aufgestellt. Ich freue mich darauf“, so Spittka, der mit dem Aufbau von Graf und Unterwurzacher sehr zufrieden ist.

Bei den Herren nominierte der Österreichische Judoverband fünf Athleten für die Europameisterschaften. Lukas Reiter (JC Wimpassing) und Christopher Wagner (VB Galaxy Tigers) greifen in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm ins Geschehen ein. Laurin Böhler (LZ Vorarlberg) und Aaron Fara (JC Wimpassing) steigen in der Kategorie bis 100 Kilogramm auf die Matte. Komplettiert wird das Quintett von Stephan Hegyi (+100 kg, SC Hakoah). Letzterer ist mit seinen 19 Lenzen der Jüngste im Team. Herren-Bundestrainer Patrick Rusch sieht sein Team für die Titelkämpfe gut gerüstet. „Wir sind kein Freilos, es muss uns erst jemand schlagen. Langsam wird es Zeit, dass wir auch um die Medaillen mitkämpfen“, so die Devise des Coaches. „Druck haben wir keinen, wir müssen die Auslosung abwarten“, ergänzte er.

Der Vorarlberger Laurin Böhler glänzte Mitte März mit Platz drei beim Grand-Slam-Turnier in Jekaterinburg, seinem dritten Podestplatz auf der World Tour. „Laurin hat schon öfter gezeigt, dass er gute Leute schlagen kann“, erklärte Rusch. Aaron Fara nimmt als zweifacher European-Open-Sieger der vergangenen Saison ebenso wie Böhler die Klasse bis 100 Kilogramm in Angriff. Lukas Reiter zeigte bei der EM im Vorjahr mit Platz sieben auf. Als Sieger der European Open in Oberwart im Februar kommt der 22-Jährige mit einem guten Gefühl zu den diesjährigen Titelkämpfen. „Luki hat super trainiert, allerdings ist diese Gewichtsklasse aufgrund der hohen Starteranzahl wahnsinnig schwierig“, meinte Rusch. Südstadt-Kämpfer Christopher Wagner verpasste die Top Drei bei den European Open in Sofia als Fünfter nur knapp. „Christopher hat mit diesem fünften Platz aufgezeigt und hat sich seine Chance auch verdient“, so der Trainer. Daniel Allerstorfer muss aufgrund eines Bandscheibenvorfalles in der Halswirbelsäule noch passen.

Im ewigen EM-Medaillenspiegel nimmt Österreich derzeit Rang neun ein. Insgesamt gab es für den ÖJV in der Geschichte von Europameisterschaften 127 Medaillen zu bejubeln, 26 davon in Gold, 34 in Silber und 67 in Bronze. Angeführt wird die Wertung von Frankreich (191/133/216). Vertreten ist der ÖJV auch bei den Kampfrichtern. Roland Poiger wurde von der EJU als einer von 24 Referees nominiert.

Foto: ÖJV/Oliver Sellner

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