Europameisterschaft

Golden League ist ausgelost

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Nach den Eröffnungsworten von EJU-Präsidenten Sergey Soloveytchik „Danke für die Organsation , die Golden League beendet das Jahr 2015, dann beginnt die letzte Phase der Qualifikation für Rio“ und OEJV-Präsidenten Hans Paul Kutschera „Morgen ist ein ganz besonderer Tag für Österreich“ wurde die Auslosung für die Golden League mit der Hilfe der kosovarischen Weltmeisterin Majlinda Kelmendi und WM-Silbermedaillist Varlam Liparteliani aus Georgien vorgenommen.

 

An gutem Willen ihrerseits hat es sicher nicht gemangelt, aber den österreichischen Teilnehmern wurden sehr schwere Gegner zugelost. Sowohl die Café+Co Vienna Samurai als auch die Volksbank Galaxy Tigers (beide aus Wien) bekommen es mit dem russischen Spitzenklub Yawara Newa St. Petersburg zu tun. Nach der Auslosung sagte EJU-Vizepräsident Michal Vachun, dass der Judo-Teamwettbewerb in die Agenda der Olympischen Spiele von Tokio 2020 aufgenommen werden könnte, von daher sind die nächsten Teamwettbewerb-Turniere von besonder Wichtigkeit für den Judosport.

Wer ist aber der übermächtig scheinende Gegner Yawara Newa St.Peterburg?

Yawara Newa St.Petersburg: Das Putin-Imperium

Die Yawara Newa Geschichte beginnt 1998, als Vladimir Putin noch nicht einmal Premierminister in Russland ist. Er ist aber schon unter den Mächtigen, seit 1994 war er Vizebürgermeister St. Petersburgs, später wird er Chef der Präsidialverwaltung, 1999 also ein Jahr nach der Gründung Yawara Newas wird er Ministerpräsident. Zur Gründung des Klubs kommt es, weil Putin sich als Vizebürgermeister der Newa-Stadt oft traurig anschauen musste, dass russische Judo-Talente für den Ruhm anderer Länder kämpfen. Deswegen wollte er einen Judo-Klub haben, der alle Talente im Land zusammensammelt und ihnen die Möglichkeit bietet, unter Top-Konditionen (Lohn, Ansehen, Verpflegung, ärztliche bzw. psychologische Betreuung) herausragende Leistungen zu bringen.

Zur Geburt eines solchen Vereins baruchte er aber Paten aus der Wirtschaftswelt, und die fand er auch: die als Gas- und Bank-Milliardäre bekannten Rotenberg-Brüder (Arkadi und Boris, gegen die er als aktiver Judoka in St. Petersburg gekämpft hatte) und der Öl-Miliardär Gennadi Timchenko garantierten dem neuen Klub eine finanziell rosige Zukunft. Der Name Yawara wurde in einem japanischen Restaurant in St. Petersburg beschlossen, denn das Wort ist ein Symbol für den Ju aus Judo, steht für Felxibilität und Sanftheit. Newa ist der berühmte Fluss der ehemaligen Hauptstadt Russlands.

Die Mannschaft war geboren, der erste Meistercup endete zwar mit einer 3-4 Niederlage gegen Liberty Oradea (Mannschaft von IJF-Präsidenten László Máriusz Vízer) aber schon bald kamen die besten Kämpfer aus ganz Russland zu Yawara. Trainingslager und Studienreisen wurden nach Japan organisiert und die ersten Kämpfer wechselten aus Dagestan nach St.Petersburg und formten eine Mannschaft, die in Russland nicht mehr zu schlagen war. Bald schon auch in Europa, auch letztes Jahr wurde Yawara in Samara souverän Golden-League-Sieger. Viele vom allerersten Yawara-Newa-Erfolgsteam arbeiten heute als Trainer (Makarov, Morozov).

2001 wurde die Damenmannschaft Yawara Newa aus der Taufe gehoben. Auf ausdrücklichen Wunsch Vladimir Putins wurde der Nationaltrainer der Damen, Mikhail Rakhlin zu Yawara geholt, sein Vater Anatoli war der Judo-Trainer Putins. Rakhlin ist seither der Trainer der Damenmannschaft, und hat einige Asse im Ärmel, so zum Beispiel -57 kg-Frau Irina Zabludina, die ehemalige Juniorenweltmeisterin, oder Natalia Kuziutina, die 2009 Europameisterin wurde.

Bei den Herren tummeln sich nur die Top-Judoka. Von Welt- und Europameister Ivan Nifontov und Vizeweltmeister Kirill Denisov angefangen über die Olympiasieger Arsen Galstyan, Tagir Khaibulaev und Mansur Isaev bis hin zu Europameister und ehemaliger Weltranglisten Nummer Eins Alim Gadanov (-66 kg) ist jeder eine Klasse für sich. Die Titelverteidigung is mehr als möglich für die letztjährigen Golden League-Sieger.

Der Kader der Damenmannschaft von Yawara Newa St.Petersburg schaut folgendermassen aus:
– 52 kg: Natalia Kuziutina, Aiakina Tatjana, Natalia Pavlova, Galiya Sagitova
-57 kg: Anastasija Konkina, Tatjana Khomentovskaja
-63 kg: Ekaterina Valkova, Pari Surakatova, Marta Labazina, Irina Zabludina
-70 kg: Dariko Gabaidze, Alena Prokopenko, Irina Gazieva
+70 kg: Natalia Sokolova, Ksenia Chibisova, Aydana Nagorova

Die Herren von Yawara-Newa kommen mit dem folgendem Kader aus St. Petersburg:
-66 kg: Alim Gadanov, Arsen Galstyan, Mikhail Pulyaev
-73 kg: Denis Iartsev, Mansur Isaev, Batradz Kaytmazov, Musa Mogushkov, Zelimkhan Ozdoev
– 81 kg: Mikhail Igolnikov, Murat Khabachirov, Khasan Khalmurzaev, Sirazhudin Magomedov, Ivan Nifontov
-90 kg: Kirill Denisov, Kirill Voprosov,
+90 kg: Tagir Khaibulaev, Anton Krivobokov, Renat Saidov, Andrey Volko

 

Und wer sind die mutigen Österreicher, die es morgen mit den Russen aufnehmen werden?

 

„Wie Rapid gegen Barcelona“ – Die österreichischen Starter Vienna Samurai und Galaxy Wien in der Golden League

Um wie viel besser hört sich „Vienna Samurai“ als WAT Leopoldstadt an, dachten sich Leopold Korner und Peter Seisenbacher 1994 an einem kalten Wintertag bei der Namensgebung der Pratermannschaft. So wurde aus dem traditionsreichen Arbeiterverein die siebenfache österreichische Meistermannschaft (bei den Damen). Heuer war die Entscheidung um die Team-Krone unglaublich knapp, es gab drei Mannschaften mit drei Siegen, Café+Co Vienna Samurai, UJZ Mühlviertel und Stadlau. Schließlich entschied die bessere Kampfbilanz für die Leopoldstädterinnen. Damit war der Startplatz in der Golden League erobert.

In der Golden League könnte es aber ähnlich knapp werden. Vereinsobmann Leopold Korner weiss um die Stärke der Gegnerinnen, sagt aber trotzdem: „alles ist drin, mit drei starken Kämpfen können wir schließlich jedes Duell gewinnen“ und drei klingende Namen haben sie: die Meistermannschaft wurde, unter anderen, durch die EM-Dritte Hilde Drexler (-63 kg) und U-23 Europameisterinnen Szabina Gercsák (HUN) und Carolin Weiss (GER) verstärkt. Gercsák kämpfte schon voriges Jahr für die Wiener Mannschaft. Mit dabei ist auch Junioren-Bronzemedaillistin Michaela Polleres und -52 kg-Hoffnung Katharina Tanzer. Beim Vorgänger der Golden League, belegten die Vienna Samurai 2010 in Antalya den fünften Platz, letztes Jahr beendeten sie den ECC in Hoofddorp mit einem Sieg und zwei Niederlagen.

Hier der Kader von Café+Co. Vienna Samurai:
-52 kg: Mara Tabea Kraft, Sarah Krames, Katharina Tanzer
-57 kg: Gfrerer Lisa, Alina Groschopf, Moseni Narges, Asimina Theodorakis
-63 kg: Hilde Drexler, Helene Gugenberger, Susanne Lechner
-70 kg: Rafaela Findeis, Szabina Gercsák, Michaela Polleres
+70 kg: Christina Rakowitz, Carolin Weiß

Bei den Herren, sagt Thomas Haasmann, Trainer des vierfachen Österreichischen Meisters Volksbank Galaxy Tigers,“ ist alles möglich, ausser die russische und die georgische Mannschaft zu besiegen“. Yawara Newa und Tbilisi sind ausser Reichweite- beteuert Haasmann, der es für eine Riesengelegenheit hält, dass die Golden League heuer in Österreich ausgetragen wird.

Galaxy hat sich mit dem Olympia 2. und dreifachen Europameister Miklós Ungvári (-73 kg) verstärkt, der andere neue Ungar in seinem Kader , Krisztián Tóth (WM 2.) fällt verletzungsbedingt aus. Haasmann hat auch für die leichteste Gewichtsklasse einen Mann gefunden: Alexander Weichinger wird sich in der -66 kg-Kategorie ausprobieren. Laut Haasmann ist Maximilian Schneider (U18-EM-Bronzemedaillist) auch in einer bestechenden Form, also chancenlos sind die Perchtoldsdorfer sicher nicht. Mit am Bord sind die in der Meisterschaft glänzenden Julian Reichmann und Christopher Wagner und Olympia-Hoffnung Marcel Ott (-81 kg) sowie Marko Bubanja (U18-WM3.). Im Schwergewicht können die Tigers auf eine Neuverpflichtung hoffen: und zwar auf Sasson Orr aus Israel.

Thomas Haasmann der Trainer des österreichischen Meisters hofft auf viele Fans und dass alle im Lande am Samstag zu Galaxy halten werden , „Galaxy repräsentiert schließlich Österreich, und wir bekamen in Österreich in letzter Zeit nicht wirklich viel Unterstützung “ -sagt er. Er selber weiß, wie es ist, draussen zu stehen, 1985 stand er selber auf der Tatami in einem Meistercup-Finale, und zwar mit seiner damaligen Mannschafft Judo Club Manner.

Lang ist das her, 15 Jahre später hat er Galaxy Tigers gegründet, und zwar in seinem eigenen Fitness-Zentrum in Wien-Liesing. Heute, wieder 15 Jahre später , hat er 899 Kinder in seinem Verein, die alle große Judoka werden wollen. Trotzdem bleibt er bei der Einschätzung seines Teams in der Golden League realistisch: „Es ist als ob Rapid gegen Bayern München, Barcelona, Real Madrid und Juventus Turin spielen müsste.“

Spannend wird es auf jeden Fall.

Hier der Kader von Galaxy Wien:
– 66 kg: Adam Borchasvili, Mathias Czizsek, Stefan Kudera, Baruch Shmailov
-73 kg: Miklós Ungvári, Alexander Weichinger, Christopher Wagner
-81 kg: Stefan Kuciara, Marcel Ott, Maximilian Schneider
-90 kg: Marko Bubanja, Johannes Pacher, Sebastian Schneider
+90 kg: Aaron Fara, Julian Reichstein, Sasson Or. Gábor Geier

 

Die Paarungen:

Damen:  Galatasaray (Titelverteidiger) – Sainte Genevieve (FRA), Pontault Combault(FRA)-Cortaillod(SUI), Speyer (GER)-Champigny (FRA), Yawara Newa-VIENNA SAMURAI(AUT)

Herren: Abensberg (GER)-RS Belgrad (SRB), Dinamo Vladikavkaz (RUS)-Sporting CP(POR),Tbilisi(GEO)-St. Genevieve(FRA) und Yawara Newa-GALAXY(AUT)

 

See you tomorrow at he Golden League!! Los geht es um 10 Uhr. Gegen 18h30 werden wir wissen, wer gewonnen hat.

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