Europameisterschaft

Die Medaillenserie hält an

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Seit 2013 gab es für Österreich bei allen Judo-Europameisterschaften Grund zum Jubeln – so auch in diesem Jahr. „Der Kader war für EM-Verhältnisse sehr jung. Alle haben gute Leistungen gebracht, dies lässt in Zukunft auf Großes hoffen“, resümierte ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera.

Kathrin Unterwurzacher gewann in der Klasse bis 63 Kilogramm wie schon im Vorjahr auch heuer Edelmetall beim bedeutendsten europäischen Judoturnier. Nach Silber 2016 in Kasan prolongierte sie mit Bronze in Warschau die stolze Serie des ÖJV. „Die Medaille von Kathrin war eine tolle Leistung. Österreich ist damit im Medaillenspiegel vertreten. Die jungen Frauen Magdalena Krssakova und Michaela Polleres zeigen ebenfalls gutes Judo“, so der ÖJV-Präsident.

Sowohl Krssakova (-63 kg) als auch Polleres (-70 kg) fehlte letztlich nur ein einziger Kampfsieg auf eine Platzierung. Beide schieden im Achtelfinale aus. Selbiges Schicksal ereilte neben den beiden Damen auch Christopher Wagner (-73 kg) und Stephan Hegyi (+100 kg) bei den Herren. Allesamt waren zum ersten Mal bei Europameisterschaften, abgesehen von Nachwuchstitelkämpfen, im Einsatz. Für die weiteren Newcomer, Aaron Fara (-100 kg) und Johannes Pacher (-90 kg), kam schon zuvor nach guten Leistungen das Aus. Andreas Tiefgraber (-66 kg), der die EM aus österreichischer Sicht am Donnerstag mit seinem Einzel-Debüt eröffnete, Daniel Allerstorfer (+100 kg) und Christoph Kronberger (-100 kg) blieben ebenso unplatziert.

Bei den Herren wusste vor allen Dingen Lukas Reiter zu überzeugen (-73 kg). Der 21-Jährige sorgte mit dem Achtelfinalsieg über den Georgier Lasha Shavdatuashvili – den Olympiasieger von London 2012 und Bronzemedaillengewinner von Rio 2016 – für ein Highlight aus österreichischer Sicht. Mit Platz sieben erreichte Reiter schließlich neben der bronzenen Kathrin Unterwurzacher die zweite Platzierung für den ÖJV bei den Titelkämpfen in Polens Hauptstadt – und das bei seinem ersten EM-Einzelstart. Auch der Präsident war von dieser Leistung angetan: „Lukas Reiter hat mit dem siebenten Platz und dem Sieg über den Olympiasieger sein Potential gezeigt. Generell haben die Männer den Aufwärtstrend bestätigt.“

Das Antreten im Teambewerb am Schlusstag verlief für die österreichischen Herren nicht nach Wunsch: In der ersten Runde mussten sich Andreas Tiefgraber, Christopher Wagner, Lukas Reiter, Johannes Pacher und Stephan Hegyi den Kontrahenten aus Serbien knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Herren-Bundestrainer Patrick Rusch war mit den Leistungen seiner Schützlinge in Polen nicht unzufrieden und meinte in seiner Bilanz: „Es war ein junges Team am Start. Wir befinden uns gerade erst am Beginn des Olympiazyklus. Das große Ziel ist Tokio 2020, es wird in dieser Hinsicht noch nicht heute abgerechnet. Einige Athleten brauchen noch mehrere hochkarätige Kämpfe.“ Auch bei Damen-Bundestrainer Marko Spittka stellte sich am Samstag nach den Auftritten seiner Athletinnen Zufriedenheit ein, nicht zuletzt aufgrund der Medaille: „Kathrin hat ein sehr starkes Turnier gezeigt. Magdalena Krssakova konnte die Marschroute noch nicht ganz durchhalten und Michaela Polleres hat sich ebenso gut präsentiert“, wie der Coach resümierte.

Foto: EJU/Emanuele Di Feliciantonio

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