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Vienna Samurai holen historische Bronzemedaille in der Golden League!

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Der Tag fing sensationell an: Die österreichischen Teilnehmer der Golden League, die Damen von café+co Vienna Samurai, schlugen die hochfavorisierten Russinnen von Yawara Newa St. Petersburg 3-2.  Daran hätte vorher niemand gedacht. Nichts deutete am Anfang auf eine Überraschung hin: Katharina Tanzer verlor Ippon gegen Pavlova, Konkina schlug Narges Mohseni auch mit Ippon, alles schaute nach einer klaren Niederlage aus, dann aber kam Hilde Drexler und gewann mit einem Yuko gegen Khomentovskaya. Davon beflügelt trat Szabina Gercsàk auf die Tatami und schlug in einem unglaublichen Kampf Prokopenko Ippon. Und die deutsche U-23 Europameisterin Carolin Weiß gewann nach nur einer Minute Ippon gegen Chibisova! 3-2. Die Wienerinnen haben es gedreht! Die Begeisterung in der Multiversum-Halle in Schwechat kannte keine Grenzen.

Der nächste Kampf war schon das Halbfinale gegen die ebenfalls favorisierten Französinnen von RSC Champigny (gewannen in der Folge die Golden League) und auch da wurde es sehr knapp. Die Samurai Damen lagen zur Abwechslung schnell wieder 0-2 in Rückstand, Die Samurai-Ladies fingen mit einer Ippon-Niederlage von Katharina Tanzer gegen Buchard an (nach 26 Sekunden) Narges Mohseni versuchte alles, verlor aber nach Shidos gegen Benarroche. Hilde Drexler brachte die Hoffnung zurück und gewann mit Ippon gegen Caillon. Im entscheidenden Kampf schaffte die Ungarin Szabina Gercsàk vier Sekunden vor Schluss einen Yuko es reichte aber nicht zum Ausgleich, weil die Französin Fichot vorher schon einen Wazaari vorne lag. Im letzten Kampf gewann Carolin Weiß wieder souverän mit Ippon, diesmal gegen die französische Olympia-Hoffnung Emilie Andeol. Alles in allem: eine höchst respektable Leistung auch im Halbfinale.

Die Vienna Samurai-Ladies wussten hier schon: Sie können Historisches schaffen, wenn sie ihr letztes Match gewinnen, im Kampf um Platz drei war Sainte Genevieve aus Frankreich der Gegner und es ging fast schon traditionsgemäss los: Tanzer verlor zuerst Ippon gegen Ramos, dann Mohseni mit 3 Yukos gegen Guihur, und das war erst der Anfang des Déju Vu´s, aber ein positives Déja Vu. Denn danach geschieht ähnliches wie gegen Yawara. Drexler schlägt Yvin mit einenm Yuko, Gercsàk Viard in einem unglaublich spannenden Kampf, und es steht 2-2, Carolin Weiss kommt, die kann an diesem Tag nicht verlieren und obwohl sie zurückliegt, gegen Delplanque zeigt sie zuerst einen Wazaari und dann einen Ippon-Wurf. 3-2 Die Bronzemedaille ist geschafft, die Krönung eines unvergesslichen Tages!!

Fotogalerie unseres neuen Top-Fotografen © Oliver Sellner/ÖJV

Bei den Herren hatten die Volksbank Galaxy Tigers mit Titelverteidiger Yawara Newa St. Petersburg erwartungsgemäss viel Mühe. Es wurde ein klarer Sieg der Russen vorausgesagt, aber trotzdem wurde es knapp. 4-1 ist kein knappes Resultat, trotzdem war es knapp weil die entscheidende dritte Partie zwischen Marcel Ott und Kharmuzaev mit nur einem Yuko verloren wurde. Ansonsten unterlag Alexander Weichinger gegen den Olympiasieger von London Galstjan mit Ippon, Christopher Wagner gegen Iartcev tat ihm gleich, Ott gegen Kharmuzaev hätte der Wendepunkt werden können, denn nachher gewann ein überragender Marko Bubanja mit einem Yuko Unterschied nach beiderseits zwei Waza-ari gegen Voprosov und Sasson führte auch gegen Volkov mit Waza-ari ehe er mit Ippon verlor. Alles in allem ein würdiges Debüt des österreichischen Meisters. Und es ging noch besser weiter.

Bald wusste man nämllich: die Galaxy Tigers werden um Bronzemedaille kämpfen! Die Perchtoldsdorfer schlugen in der Hoffnungsrunde Roter Stern Belgrad 3-2! Alex Weichinger verlor zuerst knapp mit vier Shidos gegen Vukicevic, dann ging es aber mit den Siegen los: Ungvàri gewann mit 2 Yukos sicher gegen Anthony Zingg, Marcel Ott verlor gegen Dosen mit Ippon aber Galaxy gab nicht auf. Pech für Belgrad, Gerasimenko verletzte sich gegen Marko Bubanja nach 27 Sekunden, er kämpfte weiter, musste aber nach drei Minuten aufgeben. Im letzten, entscheidenden Kampf zählen die Zuschauer die letzten Sekunden mit, denn der Israeli Sasson bezwang Tangriev und brachte damit das Multiversum zum Beben!! Auch die Tigers durften so um Bronzemedaille kämpfen.

Die Galaxy Tigers belegten den 5. Platz am Ende. Es mag seltsam klingen, aber es ist so: es wäre mehr drin gewesen, Um Platz drei verlor Galaxy gegen die Portugiesen Sporting 1-4. Zuerst verlor Stefan Kudera gegen Oleinic Ippon, dann kämpfte Christopher Wagner beherzt gegen Orujov, ging auch in Führung, die Halle tobte, Orujov aber warf ihn im entscheidenden Moment Ippon, es stand 0-2, Marcel Ott kam, es stand schon 3 Shidos gegen Egutidze auf dem Anzeigetafel, aber ein Moment Auslassen genügte: Der Georgier warf ihn mit Ippon, damit war das Bronzematch entschieden. Marko Bubanja erwischte einen sehr guten Tag, warf Costa mach 80 Sekunden Ippon, aber Sasson hatte am Ende keine Chance gegen den Ukrainer Khammo. Sporting war die Überraschungsmannschaft bei den Herren, sehr kompakt, sehr konzentriert, sie haben sich die Bronzemedaille verdient, aber auch die Galaxy Tigers können zufrieden sein. Sie haben gezeigt, dass das österreichische Klubjudo mit der europäischen Elite mithalten kann. Und da die Tigers eine sehr junge Truppe sind, können sie es in der Zukunft noch sehr weit bringen.

Ansonsten erlebten wir in einer speziellen, spannunggeladenen, unwiedergebbaren Atmosphäre eine brilliante Veranstaltung. Die meisten Duelle endeten 3-2, so auch das Finale der Damen zwischen der Überraschungsmannschaft aus der Schweiz Cortaillod und den Judoka von RSC Champigny, die am Ende fröhlich die Marseillaise am höchsten Podium gesungen haben. Sie haben gesiegt, den entscheidenden Punkt machte Valeriane Fichot (-70 kg) gegen die den ganzen Tag sehr gut durchkämpfende Loriana Kuka mit einem Ippon.

Bei den Herren setzte sich im Finale vor 1500 in Trance Daumen drückenden Fans Tbilisi Fighter aus Georgien gegen den TSV Abensberg (auch FC Bayern München des Judos genannt) durch. Die Georgier hatten zuvor zwei Partien von 0-2 gedreht, das Endspiel hätte nicht spannender sein können. Weltmeister Georgi Zantaraia drehte gegen Tbilisi auf und warf Margvelashvili kurz vor Ablauf der Zeit nach Waza-ari-Rückstand Ippon. DIe Halle explodierte fast, Sagi Muki (-73 kg) verlor aber gegen Tatalashvili auch in der letzten Minute mit Ippon. es stand 1-1. Dominic Ressel schlug Weltmeister Tchrikishvili Ippon und Abensberg begann zu hoffen, ein Sieg fehlte noch, Marc Odenthal verlor aber mit einem Yuko gegen WM-Silbermedaillist Liparteliani und Adam Okruashvili in der +90 kg-Kategorie war an diesem Tag nicht zu bezwingen. Er drückte Dimitri Peters zu Boden, der konnte sich nicht befreien,und als die 20 Sekunden verstrichen waren stand es fest: Die Mannschaft, die erst seit einem Jahr existiert, gewinnt die Golden League.

Alles in allem ein unvergesslicher Tag, nicht nur für den österreichischen Judosport, es gab noch viel an diesem Tag, an die man sich immer erinnern wird: wie die Speyer-Fans ihre Bronzemedaille gefeiert haben, wie Sporting Lissabon fast die späteren Sieger Tbilisi schlug (es gab eine umstrittene Entscheidung in der -90 kg -Kategorie), wie die schweizer Fans sich über den Sieg gegen Pontault-Combault  und Titelverteidiger Galatasaray gefreut haben, große Kämpfe und knappe Niederlagen von St. Genevieve, der Siegestanz des Georgischen Arztes nach dem Ippon von Okruashvili, und last but not least, unsere Vienna Samurai, die schon am Anfang für die Sensation des Tages gesorgt haben.

Hoffentlich kommt die Golden League bald wieder nach Wien.

Hier der Endstand bei den Damen:

1. RSC Champigny (FRA)

2. JC Cortaillod (SUI)

3. CAFÉ & CO.VIENNA SAMURAI (Mara Tabea Kraft, Sarah Krames, Katharina Tanzer, Gfrerer Lisa, Alina Groschopf, Moseni Narges, Asimina Theodorakis, Hilde Drexler, Helene Gugenberger, Susanne Lechner, Rafaela Findeis, Szabina Gercsák, Michaela Polleres, Christina Rakowitz, Carolin Weiß, Trainer: Bernhard Weißsteiner)

3. JSV Speyer (GER)

5. Sainte Genevieve Sports (FRA)

5. Galatasaray Istanbul (TUR)

7. Pontault-Combault (FRA)

7. Yawara Newa St. Petersburg (RUS)

 

Und hier die Endtabelle der Herren:

1. Fighter Tbilisi (GEO)

2. TSV Abensberg (GER)

3. Sporting CP (POR)

3. Yawara Newa St. Petersburg (RUS)

5. VOLKSBANK GALAXY TIGERS WIEN (Adam Borchasvili, Mathias Czizsek, Stefan Kudera, Baruch Shmailov, Miklós Ungvári, Alexander Weichinger, Christopher Wagner, Stefan Kuciara, Marcel Ott, Maximilian Schneider, Marko Bubanja, Johannes Pacher, Sebastian Schneider, Aaron Fara, Julian Reichstein, Sasson Or. Gábor Geier (Trainer: Thomas Haasmann)

5. Dinamo RNO Vladikavkaz (RUS)

7. Sainte Genevieve (FRA)

7. RS Belgrad (SRB)

Wenn jemand noch genaures über die Siegermannschaften erfahren will, hier zwei kurze Beschreibungen.

Zuerst die Tbilisi Fighter:

Tbilisi Fighter ist erst im Mai 2014(!!!) gegründet worden, und zwar vom georgischen Innenministerium, mit dem Ziel, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen, in der die stärksten Judoka des Landes trainieren können (Ähnlichkeit zu Yawara Newa St. Peterburg). Die georgische Geheimpolizei hat auch starke Verbindungen zur Mannschaft, in der die meisten Trainer und Kämpfer zum georgischen Nationalteam gehören.

Es ist schwierig zu entscheiden, welcher der größte Name unter den Georgiern ist: WM-Dritter und Europameister Amiran Papinashvili könnte das genau so gut sein, wie GS-Tokio Sieger und dreifacher Europameister Avtandil Tchrikishvili oder der zweifache Europameister und WM 2. Varlam Liparteliani. Aber auch Europe Games Gewinner Adam Okruashvili , sorgen dafür, dass Georgien seit Jahren den europäischen Teamwettbewerb der Nationen (European Open Team Championship) gewinnt.

Hier der Kader von Tbilisi Fighter:
-66 kg: Vazha Margvelashvili, Amiran Papinashvili 
-73 kg: Shalva Kardava, Nugzari Tatalashvili
-81 kg: Rekhviashvili Zebera, Avtandil Tchrikishvili
-90 kg: Zviad Gogotchuri.Varlam Liparteliani,
+90 kg: Adam Okruashvili, Vakhtang Okruashvili, Tushishvili Guram

 

Und last but not least: Die Siegerinnen bei den Damen: RSC Champigny

Die Damen aus der Vorstadt (im Südosten von Paris) haben schon einmal den Vorgänger der Golden League gewonnen (2012). Der Klub, der vor 90 Jahren mit dem Grundsatz „Alle Sportarten sollen jedem – auf dem höchsten Niveau zugänglich sein“ gegründet wurde, nahm auch letztes Jahr an der Golden League (in Samara) teil, und belegte den fünften Platz. Von der Aufstellung, die 2012 in Istanbul den Vorgänger der Golden League gewann, sind noch drei Kämpferinnnen mit dabei, Lola Benarroche, Émilie Andeol und Geraldine Mentoupou. Benarroche gewann den EC von Belgrad in 57 kg, Andeol ist zweifache Europameisterin und WM Bronzemedaillistin, und Mentoupou ist U23- Europameisterin und die französische Nummer Eins in+70 kg. In der heurigen Mannschaft galt unser Augenmerk ausserdem Séphora Corcher (Junioren-WM-3. ) und natürlich der WM-Dritten Amandine Bouchard (-52 kg).

Die Französinnen haben dieses Jahr sogar für einen Kalender posiert, mit dem Ertrag aus dem Verkauf wollen sie zu den olympischen Spielen nach Rio reisen, um, dort Amandine Buchard und Émilie Andeol anfeuern zu können.

 

Hier der Kader von RSC Champigny:
-52 kg: Amandine Buchard, Sephora Corcher
-57 kg: Lola Benarroche, Lydia Boudoulala
-63 kg: Alexia Caillon, Clemence Eme
-70 kg: Valeriane Fichot, 
+70 kg: Emilie Andeol, Geraldine Mentoupou

 

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