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Sabrinas schwerer Weg zur EM

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Zuerst die Katastrophe von Japan, ihrem liebgewonnenen Mutterland des Judosports, dann am 31. März 2011 der unerklärliche Tod von ihrer langjährigen Trainingspartnerin und Nationalteamkollegin Claudia Heill: Noch nie zuvor in ihrer Judo-Karriere ist Sabrina Filzmoser (Multikraft Wels) derart schockiert gewesen. Die 30-jährige Oberösterreicherin steht nun vor einem beinharten Weg zur Judo-EM nach Istanbul.

Am Dienstag, 19. April, wird sie mit dem Nationalteam um 14 Uhr Olympia-Silbermedaillengewinnerin Claudia Heill am Wiener Zentralfriedhof auf ihrem letzten Weg begleiten. Unmittelbar nach dem Begräbnis geht es zum Flughafen Wien-Schwechat, wo für Österreichs EM-Team um 18.30 Uhr Abflug in die Türkei ist. Schon zwei Tage nach dem Begräbnis muss Filzmoser am Donnerstag, 21. April, in Istanbul auf die Judomatte.

„Ich bin noch nie vor so einer schwierigen emotionalen Situation gestanden. Ich muss erst sehen, wie ich damit fertig werde. Ich werde versuchen, in Istanbul mein Bestes zu geben – und für Claudia zu kämpfen. Gelingt mir eine Medaille, werde ich diese Claudia widmen.“

Übrigens: Ganze zehn Jahre (1999 bis 2008) haben Österreichs Judo-Leistungsträgerinnen Filzmoser und Heill miteinander trainiert. Filzmoser: „Wir haben uns sehr gut ergänzt und beide voneinander profitiert.“

Am Wochenende vor der EM zog sich Filzmoser nach einer Shiatsu-Einheit im Budokan Wels zum Energietanken nach Ramsau am Dachstein zurück. In der EM-Vorbereitung musste improvisiert werden. Nach Absage des geplanten Japan-Trainingslagers wurde in Tschechien und Ungarn Ersatz gefunden.

Bei Europameisterschaften erkämpfte Filzmoser bisher sechs Medaillen:

Gold (2008), Silber (2010) und  Bronze (2003, 2005, 2006 und 2007).

Bericht: Willi Reizelsdorfer

Foto: Privat (honorarfrei)

Suchte vor der Judo-EM 2011 Ruhe und Entspannung: Sabrina Filzmoser beim Shiatsu im Budokan Wels.

 

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