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Olympische Spiele – näher betrachtet

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Natürlich kann Judo-Österreich mit dem Ergebnis von London nicht zufrieden sein. Nach zwei Olympischen Spielen  mit Silbermedaillen erstmals wieder ohne Edelmetall da zu stehen, trifft hart. Dennoch: schon die Qualifikation für London 2012 ist eine großartige Leistung, wenn man die Bedeutung des Judo weltweit betrachtet:

  • 135 Nationen entsendeten Judoka nach London, nur in Leichtathlethik und Schwimmen waren mehr Nationen am Start.
  • 23 Nationen errangen zumindest eine Bronzemedaille, für 38 Länder – darunter auch Österreich – gab es zumindest einen Diplomplatz (bis Platz 7). Nur der Kontinent Ozeanien konnte keine Medaille erringen, ein 7.Platz durch Australien war die gesamte Ausbeute. Zum Vergleich: Bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver gingen die 30 Medaillen in den 10 Disziplinen des Alpinen Schilaufs an 10 Nationen, im Schispringen waren gar nur 18 Nationen am Start.
  • Die sieben Olympiasiegerinnen bei den Frauen kommen aus 7 verschiedenen Ländern und 4 Kontinenten.
  • Nur 3 Weltranglisten-Ersten gelingt auch der Olympiasieg: Kaori Matsumoto, Lucie Decosse und Teddy Riner.
  • Kein einziger Olympiasieger von 2008 konnte seinen Titel erfolgreich verteidigen.
  • Mit 20 Fahnenträgern bei 205 Nationen war Judo stark vertreten, auch das zeigt die Bedeutung von Judo in der Sportwelt.
  • 47% aller Kämpfe konnten mit Ippon gewonnen werden, insgesamt gab es im Olympischen Turnier 9 Disqualifikationen (3 bei den Männern, 6 bei den Frauen). Nur ein Drittel der Kämpfe ging ohne Bestrafung zu Ende.
  • 70 Judoka waren in London über 30 Jahre alt, Song Dae-Nam (KOR) ist mit 33 Jahren der älteste Judo-Olympiasieger von London.
  • Laut der Zeitschrift „NEWS“ stand einem anderen Judo-Olympiateam für die Vorbereitung der Männer auf die Spiele ein jährliches Budget von € 1 000 000,- zur Verfügung, der Olympiasieger erhält eine Prämie von 2 Millionen Dollar.
  • Eine Premiere gab es in London: zum ersten Mal seit der Aufnahme von Judo in das Olympische Programm blieben die Japanischen Männer ohne Titelgewinn!
  • Erstmals wurde es von der IJF gestattet, dass eine Frau – die Saudi Arabierin Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shaherkani – mit Hidschab (Kopfbedeckung) antrat.
  • Ebenfalls erstmals passierte es, dass eine Hantei-Entscheidung (3:0 für Korea) von der Kampfrichter-Kommission beanstandet wurde: Die Mattenrichter stimmten nochmals ab, 3:0 für den Japaner!

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