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Medaille ist Ziel bei Hammer-WM

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Von 23. bis 28. August ist das Pariser „Omnisport de Bercy“ Schauplatz der 28. Judo-Weltmeisterschaften. Deshalb fand am heutigen Donnerstag auf der Linzer Gugl eine WM-Pressekonferenz statt, an der die fünf ÖJV-.WM-Teilnehmer über ihre Ziele sprachen und die Trainer über den aufgrund der Ranglisten etwas komplizierten Weg zu Olympia 2012 nach London. Die WM in Paris wird eine Rekord-WM – 949 Judoka aus 136 Nationen, das gab es bei Judo-Weltmeisterschaften noch nie! Allein in der Klasse der Männer bis 73 Kilo sind es 101 Teilnehmer! Nachstehend können Sie die Unterlagen, die der ÖJV den Journalisten bei der Pressekonferenz übergab, einsehen. Achtung: ORF 2 zeigt Freitag (12.8.) oder Samstag (13.8.) um 19.55 Uhr im „Kurzsport“ einen Beitrag von der Pressekonferenz.

Die WM der Rekorde

Was für die Formel-1-Piloten Monte Carlo ist oder für die Tennis-Asse Wimbledon und für die Abfahrts-Stars die Kitzbühler Streif, das ist für die Judoka das “Palais Omnisport de Bercy”. Jene Halle an der Seine in Paris, in der Werner Schlager 2003 sensationell Tischtennis-Weltmeister geworden war. Jene Halle, die auch beim traditionellen “Tornoi de Paris” im Jänner, das nun ein  Grand Slam-Turnier ist,  überquillt. 17.000 Judo-Fans, davon gut 90 Prozent aktive Judoka, sorgen seit Jahren für tolle Stimmung – erst recht bei der WM, die heuer von 23. bis 28. August in Bercy stattfindet. Der wahrscheinlich geilste Ort, um Judo zu machen …

Es wird eine WM der Rekorde. Weil an den sechs Wettkampftagen, an denen jede Nation wieder zwei Judoka pro Gewichtsklasse stellen können (bis 2009 war es nur einer); weil alle um die “Big Points” für die Olympia-Qualifikation London 2012 feilschen, wurden 949 Athleten (568 Männer und 381 Frauen) aus 136 Ländern für das größte Judo-Spektakel aller Zeiten genannt. So bekommt es der Mühlviertler Peter Scharinger in der Kategorie bis 73 Kilogramm mit unglaublichen 100 Gegnern zu tun. Unvorstellbar! Cheftrainer Udo Quellmalz: „Man wird sechs bis sieben Siege, und das alles an einem Tag, brauchen, um Weltmeister zu werden; mindestens vier aber, um überhaupt platziert zu sein. Das ist der absolute Hammer!“

 Fünf ÖJV-Judoka auf der Matte

Österreich ist in diesem Massenfeld an blau und weiß gekleideten Sportlern durch fünf Athleten vertreten. Neben den beiden Stars, Europameisterin Sabrina Filzmoser (bis 57 kg) aus Wels, und Ludwig Paischer, dem Straßwalchener Olympia-Zweiten von Peking 2008, versuchen sich auch noch Hilde Drexler (bis 63 Kilo), Peter Scharinger (bis 73 Kilo) und Max Schirnhofer (bis 90 Kilo) auf den Matten im Pariser Omnisport.

Dabei gilt es für die kleine ÖJV-Mannschaft, Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sammeln. Nur die besten 14 Frauen und die besten 22 Männer der bereinigten Rangliste (bei Olympia darf nur eine/r pro Nation ran) dürfen fix nach London – in der aktuellen (noch nicht bereinigten) Weltrangliste liegen Filzmoser als Dritte und Paischer als Zwölfter klar in den Quotenplätzen, Drexler (26.), Schirnhofer (31.) und Scharinger (37.) müssen um ihr Olympia-Ticket noch hart kämpfen – und Erfolge einfahren!

 

So sieht der Cheftrainer seine KämpferInnen

ÖJV-Cheftrainer Udo Quellmalz, 1995 in Tokio Weltmeister und 1996 in Atlanta Olympiasieger (bis 65 kg), sieht die Chancen der fünf ÖJV-Athleten, die in Paris auf die Matte steigen, trotz des Rekord-Starterfelds nicht schlecht:

  • Ludwig Paischer (bis 60 kg / JU Flachgau – kämpft am 23. August): „Lupo ist mit Olympia-Silber, zwei WM-Medaillen und zwei EM-Titeln Österreichs aktuell erfolgreichster Judoka. Nach einer Phase, in der es nicht nach Wunsch lief, hat er sich mit dem Weltcupsieg in Sao Paulo im Juni international zurückgemeldet. Sein sportliches Ziel ist eine Medaille.“
  • Peter Scharinger (bis 73 kg / UJZ Mühlviertel – kämpft am 24. August): „Mit jeweils Platz 5 bei der EM und beim Grand Prix in Baku hat Peter bewiesen, dass er auch Spitzenkämpfer schlagen kann. Er hat im Vergleich zum Vorjahr einen enormen Leistungssprung geschafft, neben seiner Technik hat er sich auch taktisch verbessert. Sportliches Ziel in Paris ein Platz unter den Top 7.“
  • Max Schirnhofer (bis 90 kg / JU Flachgau – am 26. August): „Max hat nach seinem längeren Ausfall wegen eines Schlüsselbeinbruchs die Militär-Weltspiele in Rio gewonnen – mit Platz 5 bei der EM 2010 und im selben Jahr mit Rang 7 bei der WM ist er auch in Paris für eine Platzierung unter den Top 7 gut.“
  • Sabrina Filzmoser (bis 57 kg / Multikraft Wels – kämpft am 24. August): „Als Europameisterin, WM-Dritte 2010 und Dritte der aktuellen Weltrangliste ist sie die derzeit erfolgreichste ÖJV-Kämpferin. Für sie gibt´s nur ein Ziel – eine Medaille.“
  • Hilde Drexler (bis 63 kg / Vienna Samurai – kämpft am 25. August): „EM-Bronze 2011 war ihr bisher größter Erfolg. Zuletzt hat sie als dreimalige Fünfte bei Olympia-Qualifikations-Turnieren ihre Konstanz bewiesen. In Paris wäre ein Top-7-Platz schön.“

Hinweis: Um 9 Uhr beginnen täglich die Vorrunden, um 15.30 Uhr der Finalblock, der ca. drei Stunden dauern wird. Am Mannschaftsbewerb (28. August) nimmt Österreich nicht teil.

Präsident Kutschera: “Alles für London”

Hoffnungsvoll blickt auch ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera der WM in Paris entgegen. „Judo ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Sommersportarten mit fünf Olympia-Medaillen, davon zwei in Gold. Die Latte liegt auch deshalb in  London sehr hoch, aber mit Ludwig Paischer und Sabrina Filzmoser haben  wir zwei, die bei jedem Event für eine Medaille gut sind. Ich hoffe  aber, dass mit einer guten WM in Paris auch der eine oder andere  noch einen olympischen Quotenplatz schafft. Das Potenzial ist da,  und der Verband wird alles dafür tun, dass wir mit einem starken Team nach London fahren können.“

Es geht um die 15. WM-Medaille

Bei den bisherigen 27 Judo-Weltmeisterschaften holte Österreich bisher 14 Medaillen – 4 x Gold, 2 x Silber und 8 x Bronze. Glanzpunkte waren die drei Damen-Titel von Edith Hrovat, Gerda Winklbauer und Edith Simon bei der ersten Damen-WM 1980 im New Yorker Madison Square Garden, sowie der WM-Titel von Peter Seisenbacher 1985 in Seoul. Hrovat holte noch einmal Silber, ebenso wie Paischer 2005. Hier die Statistik:

 

GOLD             1980 New York          HROVAT Edith (Klasse bis 52 kg)

                        1980 New York          WINKLBAUER Gerda (Klasse bis 56 kg)

                        1980 New York          SIMON Edith (Klasse bis 66 kg)

                        1985 Seoul                 SEISENBACHER Peter (Klasse bis 86 Kilo)

 

SILBER          1984 Wien                  HROVAT Edith (Klasse bis 52 kg)

                        2005 Kairo                  PAISCHER Ludwig (Klasse bis 60 kg)

 

BRONZE        1982 Paris                  POSCH Karin (Klasse bis 72 kg)

                        1984 Wien                  WINKLBAUER Gerda (Klasse bis 56 kg)

                        1987 Essen                HARTL Roswitha (Klasse bis 66 kg)

                        1995 Tokio                 REITER Patrick (Klasse bis 78 kg)

                        1997 Paris                  REITER Patrick (Klasse bis 78 kg)

                        2005 Kairo                  FILZMOSER Sabrina (Klasse bis 57 kg)

                        2007 Rio                     PAISCHER Ludwig (Klasse bis 60 kg)

                        2010 Tokio                 FILZMOSER Sabrina (Klasse bis 57 kg)

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