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50 Jahre HSZ – ein kleiner Rückblick von Seiten des Judosports

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Peter Seisenbacher beim Training in der Fasangartenkaserne (Bild: Bundesheer)Das Österreichische Bundesheer feiert dieses Jahr das 50-jährige Bestehen des Heeres-Sportzentrums (HSZ), von 1962-1999 besser bekannt als Heeressport- und Nahkampfschule (HSNS). Aus diesem Anlass kam es am Freitag zu einem Festakt bei ÖBB Technische Services in Wien Simmering, Partner des HSZ. Unter den unzähligen Ehrengästen und Zeitzeugen auch Bundesminister Mag. Norbert Darabos sowie die Judoka Hilde Drexler und Ludwig „Lupo“ Paischer.

Spätestens nach der Matura ist professionelles Training unerlässlich.Ohne die Absicherung durch das Bundesheer wäre das ein extremes Risiko. Das Rundumpaket mit Gehalt, Kranken- und Pensionsversicherung, Möglichkeit zur beruflichen Bildung ist schlichtweg perfekt. Wir Sportler sind aber auch positive Imageträger. Insofern hat das System für beide Seiten große Vorteile. Zum 50er wünsche ich mir, dass so viele Sportler wie möglich von dem System profitieren können. Dann sind weitere Sternstunden garantiert„, so Ludwig Paischer in der SportWoche-Special-Ausgabe (September 2012)

Die Gründung der HSNS – ab 1999 HSZ
Personelle Verstärkung bekam die „Infanterie-Kampfschule“ (IKSch), Vorgänger der HSNS, in den späten 50- und 60-iger Jahre mit den für die weitere Entwicklung bekannten Personen, LT JOSEF HERZOG (besucht als Erster eine Nahkampfausbildung in den USA), und Lt Wolfgang Pflegerl (Initiator des militärischen Fallschirmspringens). Zu den schon in der Fasangarten-Kaserne (heute Maria-Theresien-Kaserne) befindlichen Angehörigen des Kurses für Körperausbildung kamen mit StWm Egartner und Zgf Heine die nächsten „Vorarbeiter“ der künftigen HSNS.

Der Erlass BMLV vom 15.11.1962, Zl 317.360 ? Ausb/62 betraf insgesamt die Umgliederung des Bundesheeres 1962 und regelte unter anderem die Neugliederung der Waffen- und Fachschulen. Der für den Kurs für Körperausbildung und dessen Angehörigen wohl für die Zukunft entscheidende war der Punkt 5 dieses Erlasses. Aufstellung der Heeressport- und Nahkampfschule. Mit Wirkung vom 15. Dezember 1962 wurde das Kommando „Kurs für Körperausbildung“ in Wien, Fasangartenkaserne, in die Heeressport- und Nahkampfschule umbenannt und als selbständiger Standeskörper geführt. Zum gleichen Zeitpunkt wurden die Angehörigen des Kommandos „Kurs für Körperausbildung“ vom Feldjägerbataillon 5 zur HSNS versetzt. Ergänzende Personalverfügungen ergehen gesondert. Die HSNS verlor erst mit 1. November 1999 ihren Status als Schule und wurde der ministeriellen Dienststelle Sport im Heer (SiH) direkt nachgeordnet. In diesem Zusammenhang wurde die HSNS und ihre neun Leistungszentren nach über siebenunddreißig jährigem Bestehen in Heeres-Sportzentrum (HSZ) und Heeres-Leistungssportzentrum (HLSZ) umbenannt, wobei man gleichzeitig eine zusätzliche Außenstelle in Kärnten (HLSZ 07) – das Leistungszentrum (LZ 1) in Pinkafeld wurde geschlossen – einrichtete.

Der Organisationsplan dieser neu geschaffenen HSNS sah je einen Lehrzug (LZg) Körperausbildung und Nahkampf-Ausbildung in den USA vor. Allerdings war dadurch der erste Ansatz einer sportartspezifischen Entwicklung vorgezeichnet. Die bis 1999 existierende Sportschule namens HSNS, ging aus dem Lehrzug Körperausbildung, anderseits eine Nahkampschule namens Ausbildungszentrum Jagdkampf (AusbZJaK) aus dem ?Ausbildungszug zur besonderen Verwendung? (später LZg Nahkampf) hervor. Im Jahre 1986 wurde die militärische Sonderausbildung aus dem Bereich der Schule herausgelöst und nach Wiener Neustadt in das „Ausbildungszentrum Jagdkampf“ verlegt.

Die ersten Präsenzdiener wurden noch völlig unkoordiniert, mehr oder weniger vom Zufall oder von guten Bekannten abhängig, zum Kurs für Körperausbildung versetzt. Zirka 20-30 Mann, vornehmlich Fußballer, Leichtathleten und Judokas wurden zum „Lehrzug Körperausbildung“ zusammengefasst. Ab 1963 errangen zunehmend auch Präsenzdiener bedeutende Erfolge. Stellvertretend seien die Namen Kary, Klaban und Pittner als Angehörige der jeweiligen Wettkampfkader (Ballspiel, Leichtathletik, Schwerathletik) genannt.

Im Interesse der Entwicklung des österreichischen Spitzensportes wurde in Absprache zwischen dem Österreichischen Leichtathletikverband (Präsident SektChef Dr. Erich Pultar und Dr. Hubert Hein), dem BMUK (Leiter der Abteilung Sport, MinRat Mader, Gunnar Prokop), dem BMLV (Leiter der Ausbildung, OberstdG Lang) und der HSNS (Kommandant Major Zechner, Vizeleutnant und Kadersportwart ÖLV Höllwerth) ein gemeinsames Leistungsmodell im Bundes-Sportzentrum Südstadt entwickelt. Es wurde einerseits hochtalentierten Nachwuchsathleten eine langfristige, anderseits Hochleistungsathleten, zur Vorbereitung auf Großsportveranstaltungen (Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften), eine mittelfristige (mindestens zwölf Monate), optimale Vorbereitung bei gleichzeitiger sozialer Sicherstellung geboten. Mit Wirkung vom 3. November 1975 wurden folgende Athleten in die HSNS aufgenommen: Dietmar Millonig, Gert Weinhandl, Peter Janovis und Wolfgang Tschirk. 1976 wurde das Leistungsmodell um die Sportarten Tennis, Fechten, Radsport und Schwimmen sowie 1980 mit Judo erweitert. Das „Leistungsmodell Südstadt“ wurde 1977 als offizielles Modell der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) anerkannt.

Mit 1. Juli 1998 begann ein neues Kapitel im Österreichischen Sport – und wieder leistete das Österreichische Bundesheer mit seiner Erfahrung und Kontakten Pionierarbeit. Folgende 8 Frauen rückten in die Hessen-Kaserne in Wels ein und wurden mit 3. August 1998 zu Bundesheer-Leistungssportlerinnen bestellt: Yvonne Schernthaner (Judo), Simone Eder, Sonja Manzenreiter (Rodeln), Vera Lischka (Schwimmen), Martina Lechner, Eveline Rohregger, Tanja Schneider (Ski alpin), Renate Roider (Skilanglauf);

Österreichs Mitgliedschaft beim CISM

Der offizielle Beitritt Österreichs zum Internationalen Militärsportverband (CISM), gegründet 1948, erfolgte am 07. Juli 1958 als 23. Mitgliedsland. Heute zählt Österreich zu den aktivsten Mitgliedsstaaten. Besonders erfolgreiche Sportler bei Militärweltmeisterschaften waren bis dato ua. Ludwig Gredler, Wolfgang Perner und Alfred Eder (Biathlon, Wintertriathlon), Herbert Polzhuber (Fechten), PETER SEISENBACHER (JUDO), Heinrich Thun und Hans Pötsch (Leichtathletik/ Hammerwurf und Kugelstoß), Karl Pavlis, Giovanni Bossi und Thomas Farnik (Schießen) sowie Vera Lischka (Schwimmen).

Zur Erinnerung / Österreichs CISM-WeltmeisterInnen im Judo:

Georg SUPP, Johann POLLAK, Erich POINTNER, Robert KÖSTENBERGER, Peter SEISENBACHER, Maasaki UEDA, Peter REITER, Manfred HÖLZLER, Thomas HAASMANN, Eric KRIEGER, Patrick REITER, Sabrina FILZMOSER, Andreas MITTERFELLNER, Ludwig PAISCHER sowie Claudia HEILL und Maximilian SCHIRNHOFER.

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