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Eine WM-Medaille als großes Ziel
ÖJV-News

Mit fünf Aktiven (eine Dame, vier Herren) ist Österreich bei den Judo-Weltmeisterschaften 2009 nächste Woche (26. bis 30. August) in Rotterdam (Niederlande) vertreten – und das große Ziel ist eine Medaille. „Die Spitze wird immer dichter, es gibt in jeder Gewichtsklasse etliche, die für Medaillen gut sind. Ich wäre schon mit einer Medaille bei dieser WM zufrieden“, sagt auch ÖJV-Präsident Dr. Hans-Paul Kutschera. „Die Sportler sind gut vorbereitet. Wir haben alles getan, dass sie beim Höhepunkt des Jahres ihre Topform abrufen können. Aber es hängt vieles auch von Tagesform und Auslosung ab und davon, wie man mit dem neuen Wettkampfsystem ohne Trostrunde zu Recht kommt“, so der Verbandspräsident, der vor allem Ludwig Paischer und Sabrina Filzmoser zutraut, das gesteckte Ziel Medaille zu erreichen. Beide haben schon WM-Medaillen zu Hause – Paischer Silber (2005 Kairo) und Bronze (2007 Rio), Filzmoser eine Bronzene (2005).

Eine Weltreise als Vorbereitung

Unsere Judo-Asse machten eine Weltreise, um sich für diese WM entsprechend vorzubereiten. Nach der EM in Tiflis im April und einer kurzen Ruhephase ging es zum Höhentraining nach St. Moritz, dann für zwei Wochen nach Japan zum Mattentraining. Danach folgte der Grand Slam in Rio de Janeiro, ein weiteres Trainingslager in Castelldefels bei Barcelona und ein Kurztrip nach Slowenien. Von Freitag bis Mittwoch dieser Woche wurde das WM-Team noch in Straßwalchen auf Rotterdam eingestellt. „Die Athleten haben hervorragend gearbeitet und eine professionelle Einstellung an den Tag gelegt. Jetzt geht es darum, das auch im Wettkampf umzusetzen“, weiß Nationaltrainer Udo Quellmalz, selbst Olympiasieger und zweifacher Weltmeister. „Natürlich haben Lupo und Sabsi das Potenzial, bei der WM eine Medaille zu holen – aber im Judo kann es sehr schnell gehen. Ein Fehler, und du bist gleich weg.“

Für Paischer wäre es die 10. Medaille

Für Österreichs Olympia-Zweiten Ludwig Paischer wäre es schon die zehnte Medaille seiner Karriere – neben seinen sechs EM-Medaillen hat er eine olympische und zwei WM-Medaillen (siehe Statistik auf dem Beiblatt). Bei Welt-Großereignissen fehlt ihm aber noch Gold. „Ja, der Titel wäre ein Traum. Aber es wird sehr schwer.“ Zwar wird sein „Angstgegner“ Craig Fallon (GBR), den der Salzburger in Peking schlagen konnte, fehlen (verletzt und zudem zuletzt eine Klasse höher am Start), dafür aber erwartet Paischer Olympiasieger Min Ho Choi (Korea), gegen den er bei Olympia zweimal (2004 in Runde 1 und 2008 im Finale) verlor, wieder auf der Matte. Der Koreaner hat sich heuer rar gemacht, war nur beim ersten Grand Slam in Paris (wie Paischer) Dritter, blieb aber bei den Asien-Meisterschaften ohne Medaille. Wenn alle Top 8 der Weltrangliste in der 60-Kilo-Klasse, in der Paischer als Führender in die WM geht, nach Rotterdam kommen, könnte Choi wieder Erstrundengegner sein, da der Koreaner derzeit nur Neunter dieser Liste ist – und nur die ersten acht sind gesetzt. Paischer glaubt aber, das Georgien nicht den Weltranglisten-Achten Amiran Papinashvili zur WM schicken wird, sondern Europameister Nestor Khergiani – dann wäre Choi gesetzt. „Egal, ich muss sowieso alle schlagen, wenn ich Weltmeister werden will“, sagt Paischer, der aber auch weiß: „Es sind hier 8 bis 10 Leute, die Medaillen holen können.“

Filzmoser: Nach Operationen auf dem Weg zurück

Für Sabrina Filzmoser war es nach zwei Operationen Ende 2008 ein langer Weg zurück. Die Welserin steigerte sich aber von Turnier zu Turnier, stand beim Grand Prix von Tunis als Zweite endlich wieder auf dem Podest und fühlt sich seither viel sicherer. „Zuletzt habe ich mich vor allem auf die Verbesserung meiner Schnelligkeit und Schnellkraft konzentriert, denn die ist für meine Stabillität im Wettkampf wichtig“, sagt die Europameisterin von 2008. „Sabsi“ erwartet nach dem harten Weg zurück auch harte Konkurrenz: Telma Monteiro aus Portugal, Vize-Weltmeisterin und 2008 Europameisterin in der 52-Kilo-Klasse, wechselte in die 57er-Kategorie und gewinnt hier ein Turnier nach dem anderen (u.a. die EM). „Sie ist klein, explosiv und sehr schnell“, kennt Filzmoser die Klasse der Portugiesin. Aber auch die Weltranglisten-Zweite Kaori Matsumoto aus Japan ist für „Sabsi“ ein heißer Tip: „Sie ist jung, frech, aber kämpft schon clever.“ Für Filzmoser hat die Weltrangliste (in der sie Sechste ist) keine große Bedeutung. „Die beiden Olympia-Finalistinnen von Peking sind weit abgeschlagen zurück!“ Stimmt: Olympiasiegerin Giulia Quintavalle (ITA) ist 38., die Olympia-Zweite Deborah Gravenstijn (NED) gar nur 45. dieser Liste. „Aber stark sind beide“, weiß Filzmoser.

Die anderen? Platz 5 wäre ein Riesenerfolg

Die drei anderen Österreicher in Rotterdam werden wohl im Kampf um die Medaillen nicht mitreden können, eine Platzierung (gibt es nur noch von 1 bis 5) wäre schon ein Riesenerfolg. Der Steirer Andreas Mitterfellner, der seine Ausbildung zum Heilmasseur heuer vorantrieb und deshalb auf die EM verzichtete, hat sich mit einem zweiten Platz beim Weltcup in Belo Horizonte für die WM Qualifiziert, der Mühlviertler Peter Scharinger zeigte mit Platz 5 beim Grand Slam in Rio und als Dritter beim Weltcup in Belo Horizonte eine steile Formkurve nach oben, und Paischers Flachgauer Klubkollege Max Schirnhofer, der nach den Peking-Spielen 2008 sensationell den Super-Weltcup in Rotterdam gewonnen hatte, kann trotz bzw. dank des Bundesheeres (absolviert die Grundausbildung) jetzt doch mit zur WM auf jene Matten, auf denen er schon siegreich war.

Österreichs WM-Team in Rotterdam

Damen
Bis 57 Kilo: FILZMOSER Sabrina (LZ Multikraft Wels) - kämpft Do., 27.8.

Herren
Bis 60 Kilo: PAISCHER Ludwig (Judo-Union Raika Flachgau) - kämpft Mi., 26.8.
Bis 66 Kilo: MITTERFELLNER Andreas (ASKÖ Judo Pöls)- - kämpft Mi., 26.8.
Bis 73 Kilo: SCHARINGER Peter (UJZ Mühlviertel) - kämpft Do., 27.8.
Bis 90 Kilo: SCHIRNHOFER Max (Judo-Union Raika Flachgau) - kämpft Sa., 29.8.

Werbung für die EM 2010 in Wien

In Rotterdam wird der ÖJV auch die Werbetrommel für die Europameisterschaften 2010 im Wiener Dusika-Hallenstadion (23. bis 25. April) rühren. Als Werbeträgerin für die EM konnte Claudia Heill gewonnen werden, die vor kurzem ihren Rücktritt vom aktiven Wettkampfsport bekannt gegeben hatte. Die Olympia-Zweite von Athen 2004 und Fünfte von Peking 2008 wird im Marketing für die EM mitarbeiten. In den nächsten Tagen geht die Homepage online, auf der man auch Tickets buchen kann. Die Adresse der Homepage lautet:

www.judo2010.eu

Das WM-Team mit Trainer.
Das österreichische WM-Team (v.l.n.r.):
1. Reihe: Sabrina Filzmoser, Ludwig Paischer, Andreas Mitterfellner,
2. Reihe: Udo Quellmalz, Peter Scharinger, Max Schirnhofer.
(Zum Vergrößern anklicken)


Notiz: Joe Langer

Geschrieben am 21.08.2009 um 15:03 Uhr von Postmaster
 
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