London 2012 Resümee – “Qualität im österreichischen Judosport für eine erfolgreiche Zukunft vorhanden”

Die XXX. Olympischen Spiele 2012 in London brachten nach zweimal Silber 2004 in Athen durch Claudia Heill und 2008 in Peking durch Ludwig Paischer keine Medaille für den österreichischen Judosport. Sabrina Filzmoser (-57kg) belegte mit Rang 7 einen Diplomplatz.

Auch wenn es diesmal nichts mit einer Medaille geworden ist, der österreichische Judosport kann stolz auf seine Sportler sein. Mit Sabrina Filzmoser, Hilde Drexler und Lupo Paischer haben wir drei Judoka, die aufgrund ihrer erbrachten Leistungen ein Teil der Judo-Weltspitze sind. Die guten Nachwuchshoffnungen im Judosport machen mich zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit den Routiniers in Zukunft weiterhin hohe Qualität im Judosport bieten können“, so Dr. Hans Paul Kutschera, Präsident des Österreichischen Judoverbandes (ÖJV) in seinem Resümee.

Diese Spiele haben wiederum deutlich gezeigt, wie knapp die Weltspitze im Judosport zusammen liegt. Sind doch zahlreiche Medaillenkandidaten relativ früh gescheitert. Österreichs Judoka haben aber erneut gezeigt, dass sie mit ihrer Qualifikation, sowie den gebrachten Leistungen, ein Teil der internationalen Elite im Judosport sind. Bei der Vergabe der Medaillen entscheiden im Judosport jedoch nur Kleinigkeiten“, betonte Udo Quellmalz, ÖJV-Bundestrainer.

Obwohl Österreichs Judoka in London keine Medaille gewonnen haben, haben sie den Judosport gut vertreten und auf hohem Niveau gekämpft.

Die Wienerin Hilde Drexler ist bei ihrem Olympia-Debüt in der Klasse bis 63 kg in der zweiten Runde gegen die Israelin Alice Schlesinger ausgeschieden. Konnte Drexler im ersten Kampf gegen die Marokkanerin Rizlen Zouak noch durch eine Yuko-Wertung gewinnen, musste sie sich gegen Schlesinger in einem ausgeglichenen Kampf mit Yuko geschlagen geben. “Olympia war eine Reise wert. Ich habe tolle Erfahrungen gemacht. Ich schaue positiv in meine sportliche Zukunft und freue mich schon auf Rio 2016“, so die 28-jährige Wienerin, die für Café + Co. Vienna Samurai kämpft. “Hilde kann mit ihrer Leistung zufrieden sein. Schon die Grundlage für die Spiele, die Qualifikation und somit die Teilnahme, hat sie sich nach einer Verletzung und intensiver Vorbereitung, wahrhaft erkämpft und verdient. Im ersten Kampf ist die Taktik voll aufgegangen, Hilde konnte die Marokkanerin in Distanz halten und gegen Ende des Kampfes die entscheidende Wertung machen. Im zweiten Kampf gegen die Israelin Schlesinger, wo sie zwei Shido-Bestrafungen erhalten hat, ist ihr leider nicht mehr die entscheidende Wertung zum Sieg gelungen. Schlussendlich ein gute Leistung, die ein Versprechen für die Zukunft ist“, so Klaus Peter Stollberg, Nationaltrainer.

Sabrina Filzmoser (LZ Multikraft Wels), zweifache Europameisterin, ging voll motiviert in das Olympia-Turnier. Den Auftaktkampf gegen die Kanadierin Joliance Melancon gewann sie ebenso mit Ippon wie auch den zweiten Kampf gegen Hortance Diedhiou aus dem Senegal. Um den Gruppensieg in der Kategorie bis 57kg musste sich Filzmoser gegen die Französin Automne Pavia mit zwei Yuko für O-Uchi-Gari geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde um die Bronze-Chance ging es dann gegen die Italienierin Giulia Quintavalle, Olympiasiegerin von 2008. “Ich war gut eingestellt. Habe aber zu bald zugepackt“, so die Welserin. Schlussendlich führte der unerlaubte Griff auf das Bein zur Disqualifikation, es blieb beim Platz 7. “Ich bin überhaupt nicht zufrieden. Ich habe wohl die ersten zwei Wettkämpfe gewonnen, dann aber gegen Pavia aus Frankreich und gegen die Italienerin knapp verloren. Der Traum einer olympischen Medaille ist zerplatzt. Es wird nun einige Zeit dauern, einen neuen Weg zu finden“, so Sabrina Filzmoser.

Der Salzburger Ludwig Paischer (Union Raika Flachgau), Silbermedaillengewinner 2008 in Peking, hat in der ersten Runde mit einem Erfolgserlebnis begonnen und den West-Afrikaner Jacob Gnahoui aus dem Benin nach 1:17 Miniten mit Ippon geschlagen. Der zweite Kampf gegen den Usbeken und Weltranglistenersten Rischod Sobirow verlief lange Zeit sehr ausgeglichen. Nachdem sich Lupo nicht mehr aus der zweiten Festhaltetechnik befreien konnte, ging der Kampf nach 4:26 Minuten durch Ippon verloren. „Ich bin gut vorbereitet zu diesen Spielen nach London gekommen. Voll motiviert, war ich überzeugt von einem Kampf zum anderen meinen erfolgreichen Weg zu gehen. Ich werde mich nun sammeln, Kraft und Energie tanken. Danach werde ich entscheiden, wie es mit meiner sportlichen Zukunft weitergeht“, so Lupo Paischer. “Natürlich können wir nicht ganz zufrieden sein. Lupo hat in letzter Zeit aber gezeigt, dass er wieder sportlich auf der Höhe ist. Leider gibt es bei den Spielen keine zweite Chance“, betonte sein Trainer Taro Netzer.

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